Wie die Eichhörnchen im Pößnecker Wald

Pößneck.  Die 2a der Pößnecker Grundschule Am Rosenhügel ist zur Herbst-Projektwoche mit der Pädagogin Christina Weise unterwegs

Bilanz an der Ratsberghütte: 23 von 63 Walnüssen findet die Klasse 2a wieder. Und versetzen sich damit in die Lage der Eichhörnchen hinein.

Bilanz an der Ratsberghütte: 23 von 63 Walnüssen findet die Klasse 2a wieder. Und versetzen sich damit in die Lage der Eichhörnchen hinein.

Foto: Marcus Cislak

Im ländlich geprägten Orlatal gehören die Wälder einfach dazu, allerdings ist heute das Wissen dazu weit weniger verbreitet als früher. Aber immer mehr Lehranstalten entdecken die heimischen Refugien für sich. Die Pößnecker Grundschule Am Rosenhügel hat in der Woche vor den Herbstferien – statt dem Rosenfest – eine Projektwoche zum Thema Herbst gestaltet. Gedichte, Kulinarisches, Basteleien und Wanderungen standen und stehen auf dem Plan. Letzteres führt die Klasse 2a in den Stadtwald. Christina Weise, Waldpädagogin vom Thüringen Forst, brachte am Freitag mit ihrer Expertise die 21 Schüler zum Staunen.

Wald und Umgebung entdecken

Im Wald zwischen Bad am Wald und Ratsberghütte gibt es jede Menge zu erleben, was im Klassenraum in der Intensität kaum darstellbar ist. „Mit Kopf, Herz und Hand sollen die Kinder den Wald und ihre Umgebung entdecken“, wie sie eingangs erklärt. Mit dem lehrreichen Spaziergang soll in den Kindern die Leidenschaft des Entdeckens nähergebracht, ja geweckt werden. Auf verschiedenen Ebenen werden die Mädchen und Jungen angesprochen.

Sportlich begann der Vormittag auf dem Parkplatz des Freibades. In einer Kennenlernrunde flitzten die Schüler, Lehrerin Marion Beutel und die vier die Gruppe begleitenden Mütter im Kreis. Denn die feucht-kalte Luft mit Temperaturen im oberen einstelligen Bereich ließ doch einige Große und Kleine dezent frösteln. Das war schnell vergessen als kleine Baumscheiben-Anhänger mit darauf gestempelten Eichhörnchen und Blättern von der Waldpädagogin ausgegeben wurden. Ruckzuck hatten die Kids sie mit ihren Namen versehen. Diese dienten nicht nur als Schreibübung, sondern auch als Überleitung zur Walderkundung. „Graue Rinde“ und „Baumringe“ kamen als Antwort auf Fragen, was zu sehen ist. „Borkenkäfer“ und „Wassermangel“ als Antworten zu den Gefahren der Bäume. Über die Waldbewirtschaftung und Erholungsfunktion, den Baumarten und deren Früchte. Aber auch die Tiere des Waldes spielten eine Rolle.

Auf dem Weg zur Ratsberghütte „verwandelten“ sich die Zweitklässler in Eichhörnchen und sammelten

unter anderem Rinde, Blätter, Bucheckern und Eicheln. „Das dient als Hinführung zur Frühstückspause“, erklärt die Waldpädagogin am Rande. Angekommen am Rastplatz galt es noch eine weitere Aufgabe zu erfüllen: Insgesamt 63 Walnüsse versteckten die „kleinen Eichhörnchen“. Die hungrigen Schüler durften sich stärken und lauschten einer Geschichte über eine hungrige Maus und dem schlauen Eichhörnchen, welches für den Winter vorgesorgt hatte. Beide schließen Freundschaft und gehen gemeinsam auf die Suche nach den Futterverstecken. Mit der Geschichte im Hinterkopf lässt Christina Weise die Zweitklässler ihre zuvor versteckten Walnüsse suchen. „Erwartungsgemäß kommen lediglich um die 20 wieder zurück“, sagt sie flüsternd und fügt laut an: „Kommt zurück ihr kleinen Eichhörnchen, ich höre einen Fuchs rascheln.“ Dann wird bilanziert. Die Kinder zählen 23 Nüsse. Eine Rechenaufgabe wird eingeflochten: „63 minus 23?“ Nach einigen falschen Antworten tönt es: „40!“ Genau das passiere auch den Eichhörnchen im Wald, das sei sogar nützlich für den Wald. „Was passiert mit Samen und Früchten?“ Antwort eines Jungen: „Der Fuchs holt sie.“ – „Könnte sein“, antwortet Weise. „Daraus wächst ein neuer Baum“, antwortet ein anderer. Zufrieden nickte die Waldpädagogin und schloss den lehrreichen Vormittag im Wald und verabschiedete die Klasse 2a auf dem Rückweg in die Herbstferien.