WM-Kampf für John Kallenbach als echtes Heimspiel

Pößneck  Am Sonnabend will John Kallenbach den WKU-Titel gegen Kamon Chetphaophan verteidigen. Vor der Fightnight im Pößnecker Schützenhaus erklärt er unter anderem, warum er vor dem Event auf Tischtennis statt Kampfsport setzt.

Im Pößnecker Schützenhaus geht es am kommenden Samstagabend um diesen WM-Gürtel. John Kallenbach möchte ihn bei seinem Kampf gegen den Thailänder Kamon Chetphaophan in seiner Heimatstadt unbedingt behalten.

Im Pößnecker Schützenhaus geht es am kommenden Samstagabend um diesen WM-Gürtel. John Kallenbach möchte ihn bei seinem Kampf gegen den Thailänder Kamon Chetphaophan in seiner Heimatstadt unbedingt behalten.

Foto: Peter Scholz

Der Pößnecker Kickboxer John Kallenbach steht am Sonnabend vor einem ganz besonderen WM-Kampf: Der Pößnecker kämpft in seiner Heimatstadt gegen den Thailänder Kamon Chetphaophan um seinen insgesamt 15. WM-Titel. Vor dem Duell im Verband der World-Kickboxing Union (WKU) unterhielten wir uns mit dem Familienvater.

Eine WM-Titelverteidigung in seiner Heimatstadt: Mehr Heimspiel geht nicht, oder?

Kann man so sagen. Es war schon seit vielen Jahren mein Traum, so eine Invictus-Fightnight mal in Pößneck zu veranstalten und hier um einen WM-Gürtel zu kämpfen. Es ist ein komisches Gefühl, dass es jetzt in ein paar Tagen so weit ist.

Sind Sie da aufgeregter?

Nein, die Aufregung ist überall gleich. Egal, ob ich nun in Saalfeld oder Bad Blankenburg, Marseille, Paris, in Spanien, Schottland oder Polen gekämpft habe. Aber speziell ist es hier in Pößneck schon etwas.

Inwiefern?

Ganz einfach: Woanders, hier in der Region in Saalfeld oder eben Bad Blankenburg, kannten mich viele. Hier in Pößneck kennen mich quasi alle. Da werde ich ständig in der Stadt auf den Kampf angesprochen. Viele wünschen mir Glück, fragen noch nach Karten. Das ist schon verrückt, wer alles mit dabei sein will: Das reicht vom fünfjährigen Kind bis zur 80-jährigen Oma.

Gibt es denn noch Karten?

Keine Chance. Im Schützenhaus werden maximal 500 Zuschauer mit dabei sein können. Und die Karten waren innerhalb von einem Tag ausverkauft. Wir hätten viel mehr verkaufen können. Zurzeit bekomme ich bis zu 20 Nachfragen pro Tag.

Ist es nicht besonders schwierig, so einen Abend zu organisieren und sich parallel auf eine WM-Titelverteidigung vorzubereiten?

Es klingt für Sie vielleicht komisch, aber das Organisieren lenkt mich auch ein bisschen von der sportlichen Herausforderung ab. Abgesehen davon habe ich ein richtig gutes Team um mich, das mich bei allem unterstützt – und nach den vorherigen Veranstaltungen schon so einiges an Erfahrung hat. Aber hier in Pößneck ist es alles noch etwas anders, weil uns gar nicht so viel Platz zur Verfügung steht. Beispielsweise bereiten sich die Sportler außerhalb des Schützenhauses in einem Zelt auf ihren Kampf vor. Und im Gegensatz zu den früheren Fightnights haben wir einen kleineren Ring, der ist nur fünf mal fünf Meter.

Da sind wir bei den sportlichen Aspekten: Ist der kleinere Ring ein Vorteil für Sie?

Nicht zwangsläufig. Bei einem kleineren Ring kann man nicht so viel weglaufen (lacht).

Wie war Ihre Vorbereitung?

Sie lief sehr gut. Seit acht Wochen bereite ich mich auf die Pflichtverteidigung vor, wobei die Vorbereitung dieses Mal sehr boxlastig war. Das liegt eindeutig am Gegner.

Was wissen Sie von ihm?

Als Thailänder ist ihm das Kickboxen quasi in die Wiege gelegt. Er hat mit fünf Jahren angefangen, ist mit allen Wassern gewaschen, hat mit seinen mehr als 200 Kämpfen viel Erfahrung. Und er ist kleiner als ich. Aber ich weiß ganz genau: Wenn er mich trifft, wird es mir wehtun. Aber ich kann ihm auch wehtun.

Reicht das für einen Kallenbach-Sieg?

Ich hoffe es natürlich. Der Bessere wird gewinnen. Meine zwei Jungs, meine Familie wird wieder am Ring sein, das ist für mich so viel Motivation, das glauben Sie nicht.

Ihre Pflichtverteidigung ist einer von insgesamt 13 Kämpfen am kommenden Samstag. Was erwartet die Zuschauer außerdem?

Es werden insgesamt sechs Saalfelder Kämpfer am Start sein. Kristin Geissler und Leon Schock kämpfen um den deutschen Meistertitel, außerdem geht es um den ersten Invictus-Champions-Gürtel.

Haben Sie Angst vor dem öffentlichen Wiegen am kommenden Freitagabend vor dem Schützenhaus?

Warum sollte ich das?

Das Gewicht stimmt also?

Absolut. Da brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Mein Körper weiß schon, wie er damit umzugehen hat, wenn ich beispielsweise mal einen Döner esse. Und ein Döner geht immer.

Sie haben vier Monate lang keinen Kampf bestritten. Eine lange Zeit für Sie. Warum die lange Pause?

Ich wollte vor allem nichts riskieren, möglichen Blessuren aus dem Weg gehen. Und das hat geklappt, ich bin topfit.

Wie sehen die Tage vor dem Kampf aus?

Sie werden lachen, aber ich werde unter anderem Tischtennis spielen.

Verletzen kann man sich aber auch dabei.

Das stimmt schon, aber es hat einen anderen Grund. Mein Trainer hat mir gesagt: „Mach in den letzten Tagen etwas anderes als Boxen.“ Und das Tischtennis spielen macht mir Spaß, ist gut für den Kopf und schult die Konzentration.

Für all jene, die dieses Mal keine Karte bekommen haben: Wird eine Fightnight mit einem WM-Kampf in Pößneck eine Eintagsfliege bleiben?

Ich kann mir gut vorstellen, dass das im Schützenhaus nicht das einzige Mal war. Ganz egal, wie das am Samstag sportlich für mich ausgeht. Da bin ich nicht abergläubisch.

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