Villa Conta in Pößneck: Wo Gäste Luxus erleben

Pößneck.  Marcus Kemmer, ein Geschäftsmann aus dem Rhein-Main-Gebiet, hat die Villa Conta in Pößneck gekauft. Er vermietet sie erfolgreich als Villa mit Wellnessbereich.

Marcus Kemmer (links), Eigentümer der Villa Conta, und der Pößnecker Bauamtsleiter Frank Bachmann schauen sich die Stützmauersanierungsbaustelle an.

Marcus Kemmer (links), Eigentümer der Villa Conta, und der Pößnecker Bauamtsleiter Frank Bachmann schauen sich die Stützmauersanierungsbaustelle an.

Foto: Foto: Marius Koity

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Fragen Besucher der Stadt nach einer besseren Übernachtungsmöglichkeit in Pößneck, bekommen sie in der Regel die Villa Altenburg empfohlen. Quasi aus dem Nichts und binnen kurzer Zeit hat sich allerdings eine neue Adresse entwickelt.

„So eine blitzsaubere, kuschelig warme luxuriöse Unterkunft haben wir noch nicht gebucht“, loben beispielsweise „Stefan und Andrea“ aus dem Erzgebirge in einer Bewertung auf dem Zimmervermietungsmarktplatz Airbnb. Sie haben Anfang des Jahres eine Woche in Pößneck verbracht, und zwar in der Villa Conta.

Diese wechselte vor etwa anderthalb Jahren den Besitzer und gehört seither dem bei Frankfurt am Main lebenden Geschäftsmann Marcus Kemmer. Vor einem guten halben Jahr hat er auf der Suche nach wirtschaftlichen Nutzungslösungen für die leerstehenden Bereiche der Villa die Idee einer Herberge getestet – mit einem Erfolg, von welchem der Immobilienvermarkter und -verwalter selbst überrascht ist, wie er einräumt.

Gäste aus dem In- und Ausland

„Für 2020 sind wir jetzt schon zu etwa 75 Prozent gebucht“, überschlägt Marcus Kemmer. Zu besonderen Anlässen in Pößneck und Umgebung, aber auch für die Schulferienzeiten hätten Großfamilien und ganze Mannschaften gleich das ganze Haus reserviert. Kein Wunder, bekommt man dieses doch zu einem Tagespreis, für welchen es anderswo nur ein Doppelzimmer gibt.

Unlängst sei die komplette Villa mit Wellnessbereich von einer heute in Deutschland, der Schweiz und in Großbritannien verstreuten 14-köpfigen Mädelsclique für ein Geburtstagswochenende in Beschlag genommen worden. Mittlerweile hätten Gäste aus der ganzen Bundesrepublik und mehreren westeuropäischen Nationen den gehobenen Standard des einstigen Fabrikantendomizils genossen.

Mit seiner Familie ziehe er sich selbst immer wieder mal für zwei bis drei Tage ins Hohe Gässchen 1 zurück, gibt Marcus Kemmer zu verstehen. „Für gestresste Frankfurter ist das immer ein toller Kurzurlaub, ist es Entschleunigung – hier finden wir ein Stück altes Deutschland“, sagt er.

So noch nie erlebte Hilfsbereitschaft

Zunächst habe das Grundstück allerdings Arbeit bedeutet. Dieses habe er erst nach der Rodung des über Jahrzehnte gewachsenen „Urwaldes“ am Fuß des vor gut 130 Jahren errichteten Prachtbaus komplett erfassen können.

Im Gebäude selbst habe er für etwa 65.000 Euro Renovierungen vornehmen, die Elektrik erneuern, diverse Ausstattungen aufpeppen lassen. Sämtliche Gardinen beispielsweise seien Sonderanfertigungen.

Er habe keine halbe Million in den Erwerb der Villa gesteckt, um dann zu sparen, gibt Marcus Kemmer zu verstehen. Mittlerweile beschäftige er drei Teilzeitkräfte in Pößneck und er sagt: „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.“

Das ist recht schnell der Stadt Pößneck aufgefallen, so dass sie Kontakt mit dem Investor aufgenommen und für die voraussichtlich 175.000 Euro teure denkmalgerechte Sanierung der historischen Stützwand samt Treppenanlage am Fuß der Villa gut 58.000 Euro Fördermittel organisiert hat. „Dieses Entgegenkommen einer Stadtverwaltung, diese Hilfsbereitschaft – das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt der Geschäftsmann.

Im Springbrunnen soll bald wieder Wasser plätschern

Die Steinmetzarbeiten an der zu sanierenden Stützwand werden sich wohl bis Ende des Jahres hinziehen, schätzt Marcus Kemmer. In weiteren Schritten soll dem gesamten Gelände so richtig Verweilqualität verliehen werden. In einem Springbrunnen soll bald wieder Wasser plätschern. Früher oder später soll die von der Stadt aus wieder sichtbare Gründerzeitvilla nachts angestrahlt und an der Mauer entlang der 96er Stufen sollen notwendig erscheinende Sicherungsarbeiten vorgenommen werden.

Die Villa Conta habe er – wie übrigens auch die nur wenige hundert Meter entfernte Villa Bernhardt (Hohe Straße 39/Ernst-Thälmann-Straße 21) – privat, im Sinne einer Altersvorsorge gekauft, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter der Kemmer Consulting Group mit Sitz im südhessischen Obertshausen. Weitere Investitionen in der Region schließe er nicht aus, denn Pößneck sei „eine Stadt mit Potenzial“, wie Marcus Kemmer findet.

„Tobias“, ein Kurzurlauber aus Leipzig, hat die Villa Conta ebenfalls Anfang dieses Jahres kennengelernt und im virtuellen Gästebuch auf Airbnb schwärmt er unter anderem vom fantastischen Blick über Pößneck und vom Kamin, „an dem man Stunden verbringen möchte“.

Damit nicht genug: „Wir haben sofort wieder gebucht, denn es ist wohl das spektakulärste Airbnb, das wir in den letzten sechs Jahren gebucht haben.“

In der Villa Conta sind nach wie vor ein Arzt, eine Fußpflegerin und eine Kosmetikerin tätig. Außerdem gibt es eine dauervermietete Wohnung im Haus.

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