Wolfgang Stumph begeistert in Pößneck

Pößneck.  Das Programm „Höchstpersönlich“ hält, was es verspricht, und spannt in Pößneck einen Bogen vom Dschungelcamp über Pegida bis zu Kugelfischer.

Wolfgang Stumph (rechts) nahm sich im Pößnecker Schützenhaus viel Zeit für seine Fans.

Wolfgang Stumph (rechts) nahm sich im Pößnecker Schützenhaus viel Zeit für seine Fans.

Foto: Foto: Helmut R. W. Herrmann

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Am Samstagabend war der große Saal des Pößnecker Schützenhauses inklusive Empore wieder einmal so gut wie ausverkauft. Zu Gast war Wolfgang Stumph, der knapp 74-jährige Dresdner Schauspieler und Kabarettist, der einem dankbaren Publikum genau das bot, was der Titel seines Programms versprach, nämlich einen höchstpersönlichen Abend.

Er erzählte abwechslungsreich aus seinem Leben, in einer bunten Mischung aus Buchlesung, freier Rede, Film- und Fernsehsequenzen, und immer im direkten Dialog mit seinen Zuschauern. Er machte ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es kein Kabarettabend sei, aber er wäre nicht Wolfgang Stumph, wenn er entsprechende Einlagen ausgelassen hätte.

So kommentiert er die aktuelle Politik und besonders das Privatfernsehen mit dem Dschungelcamp. Stumphs „Liebling“ war da unüberhörbar Ex-Minister Günther Krause, welchen er mehrfach mit Ausführungen bedachte. „Früher hatte ich Angst, in den Keller zu gehen, heute habe ich Angst vorm Fernsehen“, fasste der Bühnengast zusammen.

Sketche immer hart an der Grenze des Erlaubbaren

Im Wechsel zu seinen Erzählungen zeigte er Ausschnitte seines künstlerischen Schaffens. Sein Publikum freute sich, ihn noch einmal in der Unterhaltungsshow „Schokolade“ zu sehen, mit Sketchen immer hart an der Grenze des Erlaubbaren, mit seinem subtilen Humor, der nicht vordergründig politisch, aber immer mit einer Botschaft ausgestattet ist.

Auf der Leinwand waren Szenen aus vielen seiner Filme zu sehen, „Go Trabi go“ und andere, und dazu gab es die verschiedensten Hintergründe, auch zu vielen Angeboten, die er nicht annahm. Seine aktuelle Leidenschaft sind Dokumentarfilme – und solcherart Programme wie in Pößneck werden von ihm auch als Ideenpool genutzt.

Außerdem spielt er seit 2002 an der Semperoper in der Operette „Fledermaus“ den Gefängniswärter Frosch. Er habe einen Heidenspaß daran, diese Rolle ständig mit Tagespolitik zu aktualisieren, unter anderem mit der unsäglichen Pegida, wie er zu verstehen gab.

Stumpi, der quasi zur Familie gehört

Einfach toll fanden Conny und Hanjörg Bock aus Saalfeld das Programm. Nach Gunter Emmerlich, der Ende des vergangenen Jahres auf der Bühne des Schützenhauses stand, sei es nur logisch gewesen, seinen kongenialen früheren Partner live zu erleben. Familie Bock nennt Wolfgang Stumph wie selbstverständlich Stumpi, wie sicher viele seiner Fans, für die er quasi zur Familie gehört.

Zu Beginn des Programms überraschte Wolfgang Stumph sein Publikum mit aktuellen Kenntnissen über Pößneck. So sprach er beispielsweise vom neuen Stadtbad, von Kugelfischer, von der wunderschön sanierten Stadt und vom Schützenhaus. Um Anschluss an das höchst unterhaltsame Programm beantwortet er geduldig Fragen und gab lange Autogramme. Er stand seinem Publikum einfach höchstpersönlich zur Verfügung.

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