Yves Günther wird mit erstem Dr.-Eduard-Weißer-Preis ausgezeichnet

Pößneck.  Gelungene Überraschung im Programm des Neujahrsempfangs 2020 der Stadt Pößneck vor etwa 215 geladenen Gästen.

Yves Günther (Mitte) aus Pößneck-Schlettwein hat am Mittwochabend den ersten Dr.-Eduard-Weißer-Preis der Stadt Pößneck aus den Händen von Bürgermeister Michael Modde (l.) und Pharmachem-Geschäftsführer Christopher Ligwe (r.) erhalten.

Yves Günther (Mitte) aus Pößneck-Schlettwein hat am Mittwochabend den ersten Dr.-Eduard-Weißer-Preis der Stadt Pößneck aus den Händen von Bürgermeister Michael Modde (l.) und Pharmachem-Geschäftsführer Christopher Ligwe (r.) erhalten.

Foto: Marius Koity

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Er habe schon auf Arbeit einen Knockout erlitten, erzählte Yves Günther am Mittwochabend, auf den Wundpflasterstreifen in seinem Gesicht verweisend. Jetzt sei er zum zweiten Mal an einem Tag k.o., sagte er auf der Bühne des Pößnecker Schützenhauses. Im zweiten Fall hat es zwar nicht wehgetan wie beim ersten. Den gestandenen Mann überwältigten trotzdem kurzzeitig die Gefühle.

Yves Günther wurde nämlich der erstmals verliehene Dr.-Eduard-Weißer-Preis der Stadt Pößneck, gestiftet vom Arzneimittelhersteller Pharmachem, überreicht. Die Überraschung im Programm des Neujahrsempfangs 2020 der Stadt Pößneck war gelungen, wie es spontane Reaktionen aus den Reihen der etwa 215 geladenen Gäste im Saal zeigten, und die Entscheidung von Bürgermeister Michael Modde (parteilos) von großer Symbolkraft. Zum einen, weil die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung an einen sprichwörtlichen einfachen Mann aus dem Volk geht, der sich beherzt für das Gemeinwohl in seinem gesellschaftlichen Umfeld einsetzt. Zum anderen, weil der einstige Armenarzt und Wohltäter Eduard Weißer (1835-1910), Ehrenbürger der Stadt Pößneck, ein Schlettweiner war und Yves Günther einer ist.

„Alles Großartige in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut, als er muss“, sagte das Stadtoberhaupt in seiner Laudatio auf Yves Günther, der im Technischen Dienst der Thüringen-Kliniken beschäftigt ist. Der 48-Jährige setze sich für Ordnung im Pößnecker Stadtteil ein, sei dort beispielgebend in Karneval, Kirche und Kultur engagiert. Besonders beeindruckt äußerte sich der Bürgermeister über Günthers Engagement um einen Gedenkstein für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges und dessen mühevoller Arbeit, möglichst alle Namen dieser Toten herauszufinden und zu dokumentieren.

Beinahe hätte Yves Günther seine Auszeichnung verpasst

„Ich bin eigentlich sprachlos“, sagte Yves Günther im Plausch mit dieser Zeitung. „Ohne Gottes Segen hätte das alles nicht geklappt.“ Die Auszeichnung betrachte er auch als eine für Schlettwein und stolz sei er darauf, dass der neue Ehrenamtspreis der Stadt Pößneck den Namen eines Schlettweiners trägt. Beinahe hätte er den Neujahrsempfang, auf welchen er als Präsident des Carnevalsclubs Schlettwein eingeladen wurde, wegen seines kleinen Arbeitsunfalls ausgelassen, gab Yves Günther zu verstehen. Was er mit dem Preisgeld machen wird, wusste er am Mittwochabend noch nicht, sagte aber: „Mit liegt viel daran, dass unsere Kirche bis zur 950-Jahr-Feier von Schlettwein gut aussieht.“ Bis 2024 ist dafür Zeit.

Sinn und Zweck des Dr.-Eduard-Weißer-Preises erläuterte noch einmal Pharmachem-Geschäftsführer Christopher Ligwe. Mit dieser Initiative des Pharma-Unternehmers Ernst-J. Strätling, die mehr oder weniger das Vermächtnis der 1952 liquidierten Weißerschen Stiftung aufnimmt und ein Dankeschön des Betriebes an die Stadt Pößneck sei, soll ein besonderes gesellschaftliches Engagement von Personen und Körperschaften in Pößneck gewürdigt werden. Neben den 1000 Euro erhalten die Preisträger für ein Jahr lang auch eine eher klassisch gestaltete, gleichzeitig elegant wirkende Weißer-Figur, die die Holzbildhauerin Johanna Owsian während ihrer Ausbildung an der staatlichen Schnitzschule Empfertshausen gefertigt hat. Zum Neujahrsempfang 2021 geht die Figur an den nächsten Preisträger – mit Yves Günthers Namen im Sockel.

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