Zehntägiges Markierungsprogramm in Dreba

Dreba.  Beringung und Untersuchung von Vögeln im Teichgebiet Dreba-Plothen.

Conny Stöhr aus Baden-Württemberg hat zehn Tage lang ein Markierungsprogramm an einem Fangplatz nahe Dreba durchgeführt.

Conny Stöhr aus Baden-Württemberg hat zehn Tage lang ein Markierungsprogramm an einem Fangplatz nahe Dreba durchgeführt.

Foto: Jürgen Auerswald

Das vierte Jahr in Folge waren Naturfreunde aus Baden-Württemberg – die Familie Stöhr – zu Gast im Orlatal. Dort führten sie ein Markierungsprogramm durch, das vor allem eines abverlangte: Durchhaltevermögen.

Zehn Tage lang, jeweils sechs Mal am Tag, rückten sie in diesem Monat zum Fangplatz nahe Dreba vor, um die gefiederten Tiere herauszuholen und kurz, aber genau, zu untersuchen und zu beringen. Die Genehmigung dafür wurde von der zuständigen Naturschutzbehörde erteilt, wie Jürgen Auerswald, zuständig für die

Öffentlichkeitsarbeit des Nabu-Arbeitskreises Teichgebiet Dreba-Plothen e.V., der gleichsam als Projektleiter fungierte, mitteilt.

Diese Kontrollgänge seien die Voraussetzung zur Durchführung der wissenschaftlichen Vogelforschung, egal, wie die Witterungsbedingungen gerade seien, so Auerswald. Ob Mittagshitze oder Regengüsse: Die Vögel werden aus der Fangkammer geholt und untersucht. Gemessen werden dabei beispielsweise die Längen der Flügel und Schnäbel, das Gewicht des Tieres und bei Bedarf wird auch der Mauser-Zustand erfasst.

Zur Freude der Beteiligten hatten sie nicht nur Vögel wie die Bekassine, Bruchwasserläufer, Flussregenpfeifer und ein Blaukehlchen in dem Teichgebiet eingefangen, sondern auch einen recht seltenen Fund: eine Zitronenstelze. Laut Jürgen Auerswald wurde ein solches Geschöpf erstmalig im Naturschutzgebiet Dreba gefangen und beringt. „Bisher gab es nur zwei Nachweise im Saale-Orla-Kreis“, ergänzt er.

Sein Dank gilt der Familie Stöhr. „Conny Stöhr teilte in ihrem Fazit mit, dass insgesamt in diesen zehn Tagen 118 Vögel gefangen und untersucht wurden“, sagt Auerswald. Die Aktion ist ein Bestandteil des Markierungsprogramms der zuständigen Vogelwarte.