Kolumne

Zu erzählen gibt es genug

Caroline Reul über Bekanntes und Unbekanntes im Orlatal.

Caroline Reul.

Caroline Reul.

Foto: Brit Wollschläger

Rums, plumps – und schon bin ich zurück im Arbeitsalltag. Und da hatte ich mir wirklich Gedanken gemacht, wie ich nach der Elternzeit wieder in den Job finde. Dann war es aber doch ein bisschen wie das Wiedersehen mit einer Freundin, die man länger nicht gesehen hat. Zwischendrin mag einiges passiert sein, aber die tiefe Verbindung ist geblieben und zu erzählen gibt es immer noch genug.

Block, Stift, Kamera – los geht’s. Zu schreiben hatte ich in dieser Woche so einiges. Ich hatte Glück, denn fast alle Vorhaben und Ideen ließen sich in Zeilen verwandeln: Bauarbeiten in Leubsdorf mit Clown Libbi, Adventsvorbereitungen aus Ton und ohne Gesang, Vereinsleben im Wandel. Bekannte Gesichter hatten ein offenes Ohr für meine Anliegen, neue Gesichter empfingen mich freundlich und mit netten Hinweisen.

Aber noch jemand begegnete mir immer wieder: Corona. Die Komponente, die vor meinem vorübergehenden Austritt noch nicht einmal zu erahnen war. Wie werden die Termine aussehen, hatte ich mich im Vorfeld gefragt. Wie erwarten die Menschen, dass ich mich ihnen gegenüber verhalte?

Aber auch hier bin ich nicht auf Hindernisse gestoßen. Denn alle die, die das letzte Jahr nicht in der Babyblase verbracht haben wie ich, haben schon gelernt, wie sie ein Treffen mit dem hiesigen Lokalredakteur und Corona verbinden können. Ich brauchte also nichts Neues zu tun, als jeden Tag den Frühstückstisch in einen Arbeitsplatz zu verwandeln.

Der Schreibtisch, der in der Redaktion auf mich wartet, der gehört ohnehin nicht mir. Ich darf an ihm sitzen, aber letztlich wird es immer der Schreibtisch unserer lieben Kollegin Sandra Hoffmann sein. Das einzig wirklich bedrückende, das ich aus dieser Woche mitnehme, war die Frage: „Sind Sie jetzt die Nachfolgerin von Sandra?“

Was kann ich darauf antworten? Ja, die Verwaltungsgemeinschaften Triptis und Ranis fallen jetzt in meine Zuständigkeit. Sandras Fußstapfen sind groß. Daher kann ich nur versprechen: Ich werde sie gern nach und nach ausfüllen.