Zu teuer: Es gibt doch keinen neuen Kreisverkehr in Triptis

Triptis  Der Stadtrat Triptis stoppt die Ausschreibung für einen Kreisverkehr an der „Weru-Kreuzung“. Die Kosten liegen weit über Erwartungen.

Seit 2018 plante die Stadt Triptis den Umbau der Kreuzung an der Geraer Straße im Gewerbegebiet Ost zum Kreisverkehr, um hier die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Seit 2018 plante die Stadt Triptis den Umbau der Kreuzung an der Geraer Straße im Gewerbegebiet Ost zum Kreisverkehr, um hier die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Foto: Sandra Hoffmann

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Dass in der Baubranche derzeit ein Boom vorherrscht, ist wohl noch untertrieben. Tatsächlich wird es für viele potenzielle Bauherren, ob öffentlich, privat oder aus der Wirtschaft, immer schwieriger, überhaupt ein Unternehmen mit freien ­Kapazitäten zu finden. Eine Folge der hohen Nachfrage sind steigende Preise.

Ein Opfer dieser Entwicklung wird nun – zumindest vorerst – ein Herzensprojekt und Wahlversprechen des Triptiser Bürgermeisters Peter Orosz (Feuerwehrverein). „Der Kreisverkehr an der Weru-Kreuzung ist eine Initiative von mir.“ So zitierte die OTZ den damaligen Bürgermeisterkandidaten Orosz am 6. April 2018. Ein Kreisverkehr an der Geraer Straße im östlichen Industriegebiet würde für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, ist sich der Fachmann – Orosz ist schließlich Fahrlehrer von Beruf – bis heute sicher. In der Stadtratssitzung am Dienstag berichtete er, dass es am selben Tag dort erst wieder einen Unfall gegeben habe.

Aufhebung wohl aus gutem Grund

Noch in der Ankündigung der Stadtratssitzung war unter dem Tagesordnungspunkt 9 von einem „Beschluss zur Vergabe der Bauarbeiten Neubau Kreisverkehr in der Geraer Straße“ die Rede. Doch daraus wurde nichts und das wohl aus gutem Grund. Denn Orosz und Bauamtsleiter Matthias Jänicke erläuterten, dass letztlich nur zwei Angebote von möglichen Auftragnehmern eingereicht worden waren, wobei sich das kostengünstigere hier immer noch auf eine Gesamtinvestitionssumme von bis zu 130.000 Euro brutto belief.

„Das sehen wir dann doch nicht ein. Das können wir den Leuten nicht anbieten“, lautete die knappe Bewertung Orosz‘. Denn im Haushaltsplan war man von geschätzten Kosten von nur 70.000 Euro ausgegangen. Per einstimmigem Stadtratsbeschluss wurde die entsprechende Ausschreibung aufgehoben. Da hier keine Fördermittel im Spiel waren, geht der Stadt auch kein Investitionspotenzial verloren. Ein Teil der im Haushalt für den Kreisverkehr eingeplanten Mittel wird dennoch an dieser Stelle zum Einsatz kommen. Die unbenutzte Ampelanlage sowie die Beschilderungsanlage sollen kurzfristig demontiert werden. Veränderte Fahrbahnmarkierungen könnten dann für eine Verkehrsberuhigung sorgen.

Aus dem geplanten Etat für den Kreisverkehr wurden zudem per Ratsbeschluss 31.000 Euro herausgelöst, die nun zusätzlich für den Ausbau der Gehweganlage in der Neustädter Straße zwischen Am Mittelbach und Mörlaweg genutzt werden. Die erwarteten Gesamtkosten hier: 186.000 Euro brutto.

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