Zwei Kirchtürme im Saale-Orla-Kreis als Orte des Artenschutzes

Knau-Bucha/Mönchgrün  Gotteshäuser in Knau und Mönchgrün vom Naturschutzbund mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet

Die Kirchen von Bucha, Ortsteil von Knau, und Mönchgrün, Ortsteil von Görkwitz , tragen seit diesem Jahr die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ des Naturschutzbunds Deutschland.

Die Kirchen von Bucha, Ortsteil von Knau, und Mönchgrün, Ortsteil von Görkwitz , tragen seit diesem Jahr die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ des Naturschutzbunds Deutschland.

Foto: Martin Lücke

Der frisch restaurierten Kirche von Mönchgrün wurde kürzlich eine besondere Ehre zuteil. Das Gemäuer darf sich seit dem ersten Augustwochenende für alle sichtbar „Lebensraum Kirchturm“ nennen und trägt eine dementsprechend gekennzeichnete Plakette des Naturschutzbunds Deutschlands (Nabu) neben der Eingangspforte.

Dessen Arbeitskreis im Dreba-Plothener Teichgebiet hat damit innerhalb weniger Monate zwei dieser Plaketten an Gotteshäuser im Saale-Orla-Kreis verliehen. Denn bereits im Mai war diese Würdigung von Bestrebungen im Bereich des Artenschutzes der Kirche St. Katharina in Bucha zuteil geworden.

Der Nabu zeichnet damit Kirchgemeinden und deren Kirchengebäude aus, die Turmfalken, Schleiereulen, Dohlen oder Fledermäusen im Kirchturm ein Zuhause und somit gute Nistmöglichkeiten bieten, die ansonsten häufig bei Sanierungen verloren gehen. Ziel der Aktion sei es auch, über tiergerechte ­Sanierungen zu informieren.

In Mönchgrün wurde in diesem Jahr eine Nisthilfe für Turmfalken installiert. In Bucha war 2016 bereits eine Baumbrut eines Falkenpaares verzeichnet worden, später wurde dort von Jürgen Auerswald und Hans-Bernd Riehmer die Nisthilfe im Kirchturm eingebracht und durch die Vögel auch bald angenommen. In diesem Jahr spielte sich dort ein regelrechtes Brut-Drama ab. Das Muttertier war von Riehmer womöglich nach einem Flugunfall tot aufgefunden worden, der daraufhin nach den Jungvögeln sah. Da vom Männchen für eine Zeit nichts zu sehen war und dieses den Nachwuchs wohl auch nicht allein hätte ernähren können, fütterte Riehmer zwei- bis dreimal täglich Fleisch zu und half so die Tiere bis zur Rückkehr des Männchens am Leben zu halten. „Später sind die Tiere flügge geworden und ausgeflogen“, berichtete er gestern. Bei ihm setzt sich die Nistfreundlichkeit auch auf dem eigenen Hof fort. Sieben Schwalbenpaare brüteten dort.

Auch Jürgen Auerswald vom Nabu Arbeitskreis Teichgebiet Dreba-Plothen zeigte sich am Montag erfreut über die Nistmöglichkeiten in Kirchtürmen.

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