Absage mit Ansage

Heike Enzian über den geplatzten Hoteldeal

Heike Enzian

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Foto: Foto: Peter Michaelis

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Nun ist es also raus: Die Firma Premero wird das schicke Vier-Sterne-Hotel in Rudolstadt nicht bauen. Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Auch als sich erste Hürden auftaten, wurde über lange Zeit noch Zuversicht vermittelt nach dem Motto: „Es ist nicht einfach, aber wir kriegen das schon hin“. Es wurde an Plänen und Finanzierung gebastelt. Doch nun ist es anders gekommen.

Es ist eine Absage mit Ansage. Seit einem Jahr gab es quasi null Informationen zu diesem Thema. Wurde der Bürgermeister darauf angesprochen, reagierte er zunehmend gereizt. Am Ende konterte er auf jede diesbezügliche Anfrage mit dem Satz: „Wenn Sie jemanden kennen, der 26 Millionen Euro hat und diese in Rudolstadt investieren möchte, dann schicken Sie ihn zu mir“.

Mit der Absage der Hamburger heißt es für die ehrgeizigen Hotelpläne: Zurück auf Anfang. Ja, ja, ich habe die Worte förmlich schon im Ohr: „Das war ja klar, dass es nichts wird“. „Das haben wir schon immer gewusst…“ „Kein Mensch braucht das Hotel in Rudolstadt“. Die Nachricht vom Absprung des Investors ist Wasser auf die Mühlen all jener, die der Sache von vornherein skeptisch gegenüberstanden. Oder mit anderen Worten: Das Ganze für eine Schnapsidee hielten.

Doch Vorsicht: Jetzt mit Vorwürfen oder Vorurteilen um sich zu schlagen, bringt nichts. Der Investor wird sich seinen Schritt gut überlegt haben. Schließlich verliert er auch eine Menge Geld, das bereits in das Rudolstädter Projekt geflossen ist. Trotzdem hat er sich entschlossen, die Reißleine zu ziehen. Das tut keiner ohne triftigen Grund. Die gute Nachricht: Es soll Interessenten geben, die Gefallen an der Idee finden, die Millionen in Rudolstadt zu verbauen. Die Stadt hat jetzt die Chance, das Vorhaben neu aufzuziehen. Nicht im D-Zug-Tempo, sondern mit der gebotenen Vernunft und Sorgfalt. Die Zeit sollte man sich nehmen. Um sicher zu gehen, dass es nicht in einem Desaster endet.

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