Ach Schnucki: Rudolstadt erinnert an Hermann Leopoldi

Rudolstadt.  Annika Rioux singt im Schminkkasten in „Schnucki, ach Schnucki“

Annika Rioux und Markus Seidensticker in „Schnucki, ach Schnucki“

Annika Rioux und Markus Seidensticker in „Schnucki, ach Schnucki“

Foto: Lisa Stern

Beim Silvesterkonzert der Thüringer Symphoniker war Annika Rioux als Kaiserin Sisi die große Überraschung des Abends. Am 17. und 24. Januar, jeweils um 20 Uhr, ist die charmante und vielseitige Sopranistin in „Schnucki, ach Schnucki“ im Schminkkasten wieder zu erleben An der Seite von Schauspieler Markus Seidensticker und Jens-Uwe Günther am Klavier wird sie Lieder von Hermann Leopoldi zum Besten geben, einem der großen Unterhaltungskomponisten der 20er und 30er Jahre. „… heut fahr’n mer nach Kentucky!“ – mehr als zwei Zeilen braucht es nicht, und man hat ein ganzes übermütiges Stimmungslied von ihm im Ohr. Nicht nur die Wiener jubelten ihm zu. Gastspiele in Prag, Berlin, Zürich, Hamburg und unzählige Schallplattenaufnahmen machten Leopoldi im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt.

Frivol, satirisch, mit Schmiss

Seine Lieder waren albern, frivol, politisch, satirisch, ironisch, meisterhaft gereimt und mit Schmiss, Witz und Verve musiziert und gesungen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazideutschland im Jahr 1938 verhaftete man Leopoldi, der als Hersch Kohn geboren wurde, und deportierte ihn ins KZ. Gemeinsam mit dem Textdichter Fritz Löhner-Beda, der später in Auschwitz ermordet wurde, schrieb er das „Buchenwaldlied“. Leopoldi konnte das Lager verlassen und in die USA emigrieren. „Schnucki, ach Schnucki“, geschrieben und inszeniert von Johannes Frohnsdorf, ist eine Hommage an den Esprit und die Vitalität einer weithin vergessenen Musik. In ausgewählten Stationen dieses bewegten Künstlerlebens spiegelt sich gleichsam ein Stück deutsch-österreichischer Geschichte.

Karten sind in der Theaterkasse in der Kultourdiele, an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie online auf der Website des Theaters erhältlich.

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