Aktion "Kirche klingt 366 + 1 macht Station in Rudolstadt

Heike Enzian
| Lesedauer: 2 Minuten
Kirche klingt 366 + 1: Der Oratorienchor unter Leitung von Katja Bettenhausen musiziert in der Lutherkirche.

Kirche klingt 366 + 1: Der Oratorienchor unter Leitung von Katja Bettenhausen musiziert in der Lutherkirche.

Foto: zgt

Mit Konzerten und Gottesdiensten rückt die Evangelische Kirche Mitteldeutschland im Rahmen der Aktion "Kirche klingt 366+1 die Musik der Reformation in den Mittelpunkt.

Rudolstadt. An allen 366 Tagen des Schaltjahres 2012 gibt es dazu im Rahmen der Lutherdekade zum Jahresthema "Reformation und Musik" an einem anderen Ort eine Veranstaltung. Eine Chronik dokumentiert die einzelnen Stationen. Am Sonnabend war Rudolstadt Schauplatz dieser Aktion.

Anlässlich der Chronik-Übergabe fand am Vormittag ein Empfang im Rathaus statt. Dieser stand ganz im Zeichen des Liederdichters Paul Gerhardt, dessen Lied "Befiehl du deine Wege" auch thematisch diese ganze Musik-Woche in der Propstei Meiningen-Suhl unter Verantwortung von Propsteikantorin Katja Bettenhausen prägte, und der Fürstin und bekannten Liederdichterin Ämilie Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt, deren 375. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird. Ihr Lied "Bis hier her hat mich Gott gebracht" ist bis heute fester Bestandteil des evangelischen Gesangsbuches.

Eine Karikatur der beiden mit der Unterschrift "Was würden die bloß ohne uns gemacht haben" von Ulrich Marzahn ziert den Rudolstädter Chronik-Eintrag. "Als mich Pfarrer Weiß anrief und fragte, ob mir dazu etwas einfallen würde, habe ich mich sehr gefreut. Die beiden haben mir schon immer viel bedeutet. Ich habe einen ’Dialog’ mit ihnen aufgenommen, habe sie ’zueinander sprechen’ lassen und dabei selbst viel Interessantes erfahren", so der Zeichner.

Zudem haben fünf Vertreter verschiedener kirchlicher Gemeinschaften in Rudolstadt in dieser Chronik ihre Gedanken zu den Liedern der Reformation aufgeschrieben: Pfarrer Johannes M. Weiss für die evangelische Kirchgemeinde, Pfarrer Georg Schuchardt für die katholische Gemeinde, Pastor Andreas Meyer für die ev.-methodistische Kirche, Gemeindeleiter Torsten Fiedler für die ev. freikirchliche Gemeinde und Pastor Jörg Sterrmann für die Adventgemeinde.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom ökumenischen Posaunenchor. Vom Rathaus wurde die Chronik zur Lutherkirche gebracht, wo am Abend ein besonderer Gottesdienst "Mit allen Sinnen" gefeiert wurde. Auch hier stand das Liedgut der beiden, die auch auf den Fensterbildern des Gotteshauses im Rudolstädter Westen abgebildet sind, im Mittelpunkt. Dazu erklangen Werke von Mendelssohn und Bach. Der Schauspieler Raik Gaida und Ulrike Sinz schlüpften in die Rollen von Paul Gerhardt und Ämilie Juliane und zeigten in einem Prediktgespräch mit Luther das Leben und Wirken beider auf. Sie brachten den Zuhörern nahe, wie beide mit Angst und Vertrauen umgegangen sind, auch dann, als Schmerz und Trauer plagten. Immer wieder begleitet wurde die Vorstellung von Musik und von Bibelworten, gesprochen von Schauspieler Hans Burkia. Mit einer Sprichmotette, Tanz und Imbiss endete dieser außergewöhnliche Abend.

Am Sonntag war die Chronik bereits auf dem Weg zu ihrer nächsten Station in Bad Berka.