Rudolstadt. Ein seit vielen Jahren Drogensüchtiger aus Ostthüringen bittet vor dem Rudolstädter Schöffengericht um Justiz-Nachsicht. So fiel das Urteil aus.

Wenn ein Angeklagter sich wortreich entschuldigt, hoch und heilig Besserung beschwört und womöglich auch die Sache als einmaligen Ausrutscher hinstellt, dann reagieren Gericht und Staatsanwälte nicht zu Unrecht skeptisch, haben Zweifel und unterstellen gern auch mal taktisches Verhalten auf der Suche nach Strafmilderung. Insoweit schien die Freundlichkeit, die Alex A.* (35) aus einem Städtchen in Ostthüringen am Montag im Saal verbreitete, auch wieder dieser Methodik zu unterliegen. Doch auch Andreas Spahn, der Vorsitzende des Schöffengerichts, bescheinigte Alex A. zu Beginn eine gesunde Gesichtsfarbe.