Barigauer Turm wird Königsees Bekenntnis zum Tourismus

Königsee.  Im städtischen Finanzausschuss hat man den Stellenwert der Rekonstruktion im Haushalt 2020 hoch angesetzt

Wo jetzt noch Bretter sind, feiern große Panoramascheiben am Anbau des Barigauer Turms bald großzügig die Aussicht ins Oberland.

Wo jetzt noch Bretter sind, feiern große Panoramascheiben am Anbau des Barigauer Turms bald großzügig die Aussicht ins Oberland.

Foto: Henry Trefz

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Noch knapp fünf Wochen, dann steht der Haushalt für 2020 im Königseer Stadtrat auf der Tagesordnung. „Der Entwurf ist gerade auf dem Weg vom Finanzausschuss in den Hauptausschuss”, definiert Bürgermeister Marco Waschkowski (pl.), der als Scharnier zwischen den Ausarbeitungen der Verwaltung und den parlamentarischen Interessen fungiert, die aktuellen Koordinaten.

Und wo sich noch im Vorfeld ein Konflikt angedeutet hatte, steht nunmehr symbolisch weißer Rauch über der Barigauer Höhe, dem mit 666 Metern höchsten Punkt der Stadt: „Der Finanzausschuss hat uns zwar ins Pflichtenheft geschrieben, den Mittelabfluss genau im Auge zu behalten, doch stimmt er dem Projekt zu”, sagt der Stadtchef. Er meint die grundhaftes Sanierung der Ausflugsgaststätte Barigauer Turm, die die Stadt mit der Eingemeindung von Oberhain (mit Barigau) als Projekt geerbt hat.

Die Viertelmillion, mit der die Gemeinde damals das Gesamtprojekt veranschlagt hatte, hielt allerdings einer genaueren Überprüfung nicht stand, schätzt Heidrun Heinrich, Hochbau-Verantwortliche im städtischen Bauamt ein. Inzwischen hat das Projekt eine Viertelmillion gekostet, darunter sind etwa 100.000 Euro kommunale Eigenmittel. Doch ist davon die angebaute Touristinformation erst rohbaufertig. Die ersten Fenster sind eingesetzt, die Verschieferung des Giebels hat begonnen, die großen Glasfenster in Richtung Süden werden demnächst erwartet. Mit nochmals etwa 350.000 Euro Aufwand wird nun für den Abschluss gerechnet. Den deutlichen Anstieg der Kosten verortet das Bauamt nicht nur bei der teils unrealistischen Planung, die man nicht mehr prüfen kann, weil der Planer zwischenzeitlich verstorben ist. So habe man auch bei der Vergabe deutlich teurere Angebote akzeptieren müssen, die zudem viele Nachträge mit sich brachten. Auch die behindertengerechte Zufahrtsrampe sei erst später aufgenommen worden.

Suche nach neuem Wirt soll intensiviert werden

Zugleich sieht sich die Stadt allerdings auch in der Pflicht, ihre Suche nach einem Gastwirt zu intensivieren. Der Bürgermeister hat die Sache zu einer persönlichen Herausforderung erklärt und will auch optisch die Suche nach einem Betreiber erkennbarer machen. Zugleich hat er aber auch einen potenziellen Kandidaten mit heimischen Wurzeln im Kopf, den er gern vor allem in der Endphase der Einrichtung in die konkreten Absprachen einbezogen sehen würde. „Doch noch bis zum Frühling hat der Mann lauter Engagements im Ausland und ist er dann wieder in der Heimat”, bittet er um Geduld. Und ergänzt, dass auch eine regionale Brauerei als möglicher Unterstützer einer Ansiedlung „Gewehr bei Fuß” stehe.

Auch in die Frage, wie die Tourist-Information konkret funktionieren werde, will er künftige Betreiber mit einbinden. Natürlich denke man an multimediale Aufbereitungen und eine Prospekte-Wand. Damit bekenne sich die Stadt nicht nur zum Standort sondern auch zum Tourismus in der Region: Mit den Magneten Paulinzella und Barigau stünden Anziehungspunkte bereit, mit dem Königseer Begegnungsbahnhof in Rottenbach eine moderne und nachhaltige Verkehrsverknüpfung, sieht Waschkowski in die Zukunft.

Haushaltbeschluss für 17. Februar geplant

Vor der liegt aber noch die Haushaltsdebatte am 17. Februar. Wie wichtig das Projekt Barigauer Turm ist, wird im Vergleich mit den anderen großen Projekten deutlich, die derzeit im Entwurf stehen: Da wäre der dritte und letzte Bauabschnitt an der Turnhalle am Waldhaus zu nennen, der allein mit 550.000 Euro (davon 70 Prozent Förderung) zu Buche schlägt. Auch am Freibad Waldsee soll Geld vor allem für ein Gesamtkonzept ausgegeben werden, 50.000 Euro sind für den Kinderspielplatz vorgesehen, die Sanierung großer Teile der Ortsdurchfahrt in Unterschöbling steht an, außerdem Planungsleistungen für die ab kommendem Jahr zu realisierenden Projekte des Dorferneuerungsprogramms, die allein schon einen hohen fünfstelligen Betrag kosten werden.

Dazu gehört auch der Abriss einer Brache in Lichta, Baufortschritte bei der Sanierung von Hain- und Hospitalstraße sowie ihrer Verbindung und der Wegebau am Seifenbrunnen in Dörnfeld an der Heide. Und schließlich wird die energetische Fassadensanierung der Wohnblöcke Lindenstraße 21 - 25 Königsees Beitrag zum Klimaschutz in diesem Jahr.

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