Beihilfe zur Prostitution: Besitzer eines Hauses in Saalfeld muss Bußgeld zahlen

Heike Enzian
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Das Gericht hat entschieden. Symbolfoto: Alexander Volkmann

Das Gericht hat entschieden. Symbolfoto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Saalfeld  Zu einem Bußgeld in Höhe von insgesamt 800 Euro wurde gestern der Besitzer eines Hauses in der Saalfelder Brudergasse ­verurteilt. Der Vorwurf: ­Beihilfe zur Prostitution.

Für den Richter am Amtsgericht Saalfeld war der Fall eindeutig: Der Mann, ein 50-Jähriger mit Wohnsitz in Oberweißbach, muss von den Vorgängen in einer untervermieteten Wohnung seines Hauses in der Saalfelder Brudergasse gewusst haben. Diese soll zur Ausübung von Prostitution genutzt worden sein, so der Vorwurf. Das hatten Bewohner angezeigt, worauf hin er im Oktober 2015 einen Bescheid der zuständigen Ordnungsbehörde des Landratsamtes über ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro erhielt. Dagegen hatte der Hauseigentümer Widerspruch eingelegt. Mit der Begründung, er habe die Wohnung weitervermietet an einen Handwerker aus dem Ilmkreis und es gebe keine Beweise dafür, dass die Räume, oder wie er es nannte die Ferienwohnung, zur Prostitution ­genutzt würde. Die anderen Mieter des Hauses sehen das anders. Nach wiederholten Vorfällen folgte Anfang dieses Jahres ein zweiter Bußgeldbescheid, auch dagegen legte der Mann Widerspruch ein.

Prostitution ist in Saalfeld verboten

Dass er von den Vorwürfen nichts gewusst habe, nahm ihm Richter Daniel Renner nicht ab. Zumal es im Februar 2014 ein Treffen mit dem Mieter der Wohnung und den anderen Hausbewohnern gab. Dort habe der Mieter Zettel mit Gesetzestexten zu Prostitution verteilt. „Spätestens nach dem Treffen hätten Sie als Vermieter der ­Sache nachgehen müssen“, so der Richter. Was genau dort gesprochen wurde, daran will sich der Hausbesitzer nicht mehr erinnern. „Das können Sie mir nicht weismachen. Das muss ein sehr unangenehmes Gespräch gewesen sein. Es ist unglaubwürdig, dass Sie sich daran nicht ­erinnern können“, sagte er.

Daraufhin räumte der Hausbesitzer nach Absprache mit seiner Verteidigerin den Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft ein. Der Einspruch zu dem ersten Bußgeldbescheid in Höhe von 500 Euro wurde zurückgenommen. Zu dem zweiten Bußgeldbescheid vom Februar 2016 entschied das Gericht gestern, eine Höhe von 300 Euro festzulegen. Das Gesetz sieht hier einen Spielraum von fünf bis 1000 Euro vor. Dem Hauseigentümer zu Gute kam, dass es sich geständig zeigte und nicht vorbestraft war. Auf eine Aussage der Zeugen, vornehmlich der Mieter, verzichtete das Gericht.

Dem Mann wurde neben dem Bußgeld wegen Beihilfe zur Prostitution in Höhe von insgesamt 800 Euro ans Herz gelegt, den Mietvertrag mit dem Mann aus dem Ilmkreis umgehend zu kündigen. „Handeln Sie am besten noch heute. Ansonsten nehmen Sie billigend in Kauf, dass Prostitution weiter stattfindet. Dann stehen Sie schnell als Angeklagter in einem Strafverfahren vor Gericht“, so der Richter.