Meine Meinung

Besser als nur große Pläne

Jens Voigt, Foto: OTZ

Jens Voigt, Foto: OTZ

Jens Voigt über die nächsten Ziele des Stausee-Zweckverbandes.

Manch einer mag in „Ruhe-Inseln“ oder Wohnmobil-Entsorgungsstationen nicht eben das Nonplusultra der touristischen Aufhübschung des Hohenwarte-Stausees sehen, zumal dies anderswo längst Selbstverständlichkeiten sind. Andererseits sind es oft solche Kleinigkeiten, die sich bei Besuchern ins Gedächtnis graben. Denn Landschaft und Natur und hoffentlich Gastlichkeit allerorten sind zwar die Trümpfe, mit denen die großmäulig „Thüringer Meer“ betitelte Gegend beeindruckt, doch Bequemlichkeit in vielerlei Ausprägung gehört eben auch dazu.

Der Infrastruktur-Zweckverband, 2019 gegründet, geht nun seine ersten konkreten Projekte an. Das mag manchem rätselhaft behäbig erscheinen – doch immerhin hätte der ziemlich mickrig finanzierte Verband vielleicht schon im nächsten Jahr etwas neu Gebautes am Stausee vorzuweisen – sehr im Unterschied zur großmächtigen Kommunalen Arbeitsgemeinschaft, deren Renommierprojekte wie Aussichtsturm oder Linkenmühlenbrücke im Vorplanungszustand dämmern.

Wunder freilich sollte sich niemand von diesem Zweckverband erwarten. Das zeigt sich schon an solchen Vorhaben, die einst mit großem Tamtam verkündet wurden, so etwa der geplante Schwimmbus. Dafür warte man sehnlichst auf den neuen Projektmanager, heißt es. Doch der allein wird es nicht stemmen. Soll der Stausee touristisch Glanz bekommen, braucht es deutlich mehr Dampf dahinter. Und mehr Geld.