Der Jahrgang 60 wird 60: So auch der Lokalchef von Saalfeld-Rudolstadt

Rudolstadt.  Lokalchef Thomas Spanier hält seit 30 Jahren seinem Job bei der Heimatzeitung die Treue.

Lokalchef Thomas Spanier mit seinem neuen Buch "Irgendwas juckt immer".

Lokalchef Thomas Spanier mit seinem neuen Buch "Irgendwas juckt immer".

Foto: Sabine Krätzschmar

Die schönsten Geschenke macht man sich oft selbst. Der langjährige Chef der Lokalredaktion Saalfeld-Rudolstadt hat sich und seine Fangemeinde anlässlich seines runden Geburtstages am 28. Oktober mit einem neuen Buch beglückt. „Irgendwas juckt immer“ – unter diesem Titel gibt es ein Best-Off seiner wöchentlichen Samstag-Kolumne.

Hundert Mal „Meine Woche“ aus zehn Jahren: Wer sich regelmäßig auf die Lektüre dieser Zeilen mit Alltagsbeobachtungen, Lebensweisheiten, persönlichen Vor- und Rückblicken einlässt, weiß ziemlich gut, wie der Spanier so tickt. Dass er lieber Zug und Fahrrad statt Auto fährt, dass er seinen Beruf nach wie vor für den schönsten der Welt hält, dass er kein Fan des FC Bayern ist und dass er es politisch mit einem früherer ZDF-Chefredakteur hält, dem „die unterschiedlichen Parteien unterschiedlich fern sind“.

„Geh hin zu den Leuten“

Auch wenn sein Name seit drei Jahrzehnten untrennbar mit der Heimatzeitung verbunden ist – es gab auch für den Chef eines sechsköpfigen Reporterteams ein Leben davor. Geboren und aufgewachsen ist Thomas Spanier in Torgau an der Elbe. Nach dem Sportstudium an der DHFK in Leipzig arbeitet er als Transportarbeiter, Briefträger, Pförtner und Sportlehrer. Bis es ihn mit der Wendezeit zur Regionalzeitung, die damals noch OTN hieß, verschlägt.

Die Stelle in der Sportredaktion lehnt er damals ab. „Mit zwei kleinen Kindern jedes Wochenende unterwegs sein, nein danke“, sagt er. So wird das Jenaer Umland sein erstes journalistisches Berufs-Betätigungsfeld. Seit 1993 ist er Lokalchef in Saalfeld, später Saalfeld-Rudolstadt.

„Geht hin zu den Leuten“, so hat er es all die Jahre seinen Kollegen eingebläut. „Nichts interessiert die Menschen mehr als Geschichten über andere Menschen“. Eine, die das als Lernende einst von ihm gehört hat, ist heute seine Frau und Mutter seiner Tochter. Dass er mit seinen Texten zuweilen polarisiert, ist Prinzip. Und treibt die Klickzahlen nach oben.

Seinen drei Kindern und bis dato zwei Enkeln gibt er auf den Weg, im Leben die Dinge zu tun, die Spaß machen und einen glücklich sein lassen. Und den Rest auf ein Minimum zu reduzieren. „Ich lebe ja selbst ein bisschen danach.“