Die Laura und der D-Day: Guido Berg über historische Verantwortung

Ich schlage heute einen großen Bogen. Vom ehemaligen KZ-Außenlager Laura in unserem Landkreis zu einem heute recht malerischen Strand in der Normandie. Vor 75 Jahren war dieser Strand die Hölle auf Erden.

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Am „Omaha Beach“ sprangen Tausende alliierte Soldaten aus ihren Landungsbooten und liefen dem Maschinengewehrfeuer deutscher Wehrmachtssoldaten entgegen. Wer den Spielberg-Film „Der Soldat James Ryan“ gesehen hat, der ahnt: Das war kein Gaulandscher „Fliegenschiss“ in unserer Geschichte.

Am D-Day schufen Briten, Amerikaner, Kanadier und Franzosen – und die heldenhaft kämpfenden Russen in Stalingrad, vor Moskau, am Kursker Bogen – die Grundlage für die Befreiung des Buchenwald-Außenlagers Laura bei Lehesten. Etwa 550 Zwangsarbeiter wurden dort ermordet. Das es nicht mehr wurden, verdanken wir der Entschlossenheit der Alliierten.

Ich habe die Gedenkstätte Laura gesehen und auch den Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Als dort in einem großen, überfüllten Vortragssaal in französischer Sprache gefragt wurde, wer Kopfhörer für die deutsche Übersetzung brauchte, war ich der Einzige, der sich meldete. Plötzlich waren alle Blicke auf mich gerichtet. Ich bekam einen Schreck – und blickte doch selbstbewusst in die Runde. Ich war es ja nicht, ich trage keine Schuld. Aber ich realisierte, dass es schon etwas Besonderes ist, als Deutscher einen solchen Gedenkort zu besuchen.

Wir sind nicht schuld am Nazi-Regime. Aber wir tragen die Verantwortung dafür, was wir heute dafür tun, dass ein D-Day nie wieder notwendig ist.

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