Wohnungsmarkt

Durchschnittsmieten in Saalfeld-Rudolstadt leicht rückläufig

Saalfeld/Nürnberg.  Im Mittel sind Mieten ein Drittel günstiger als in Jena – aber im Vergleich zu anderen Landkreisen mit an der Spitze

Wohngebiet an der Paganinistraße in Rudolstadt, das zu den aktuellen Bauvorhaben der städtischen Wohnungsgesellschaft Ruwo gehört. Gerade in den Städten des Landkreises wird der Wohnungsbestand durch solche Plattenbauten geprägt.

Wohngebiet an der Paganinistraße in Rudolstadt, das zu den aktuellen Bauvorhaben der städtischen Wohnungsgesellschaft Ruwo gehört. Gerade in den Städten des Landkreises wird der Wohnungsbestand durch solche Plattenbauten geprägt.

Foto: RUWO

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Fortwährend und drastisch steigende Wohnungsmieten sind ein politisch heiß diskutiertes Problem und spielten auch im Thüringer Landtagswahlkampf eine wichtige Rolle. Allerdings mit deutlich weniger Brisanz in den ländlichen Regionen wie Saalfeld-Rudolstadt, wie eine jetzt veröffentlichte Übersicht des Portals Immowelt zeigt.

Demnach ist die durchschnittliche Wohnungsmiete (netto, kalt) im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in den ersten drei Quartalen 2019 sogar um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, während sie von 2017 zu 2018 noch um fünf Prozent gestiegen war. Ähnlich leicht sinkende Mieten weist Immowelt auch für die Landkreise Greiz, Sonneberg, den Saale-Holzland- und den Kyffhäuserkreis aus, für den Wartburgkreis wurde sogar ein Rückgang um fünf Prozent registriert. Während die Thüringer kreisfreien Städte sich bei den Steigerungen zwischen null und drei Prozent bewegen, machten die Mieten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit vier Prozent landesweit den größten Sprung. In absoluten Zahlen liegt Jena mit durchschnittlich 9 Euro je Quadratmeter deutlich an der Spitze vor Erfurt (7,50 €) und Weimar (7,40 €). Mit durchschnittlich 5,90 Euro liegt Saalfeld-Rudolstadt auf Position 4 unter den Thüringer Landkreisen.

„Im Osten Deutschlands lassen sich zwei Trends erkennen: In den florierenden Großstädten wie Leipzig und Dresden gibt es viel Zuzug und somit steigen die Mieten weiter an“, kommentierte Immowelt-Vorstandschef Cai-Nicolas Ziegler die neuesten Zahlen. „In ländlicheren Gebieten hingegen bleiben die Preise meist konstant oder sind sogar rückläufig, da die Bevölkerungszahlen stagnieren. „Nach der Wiedervereinigung hatten Städte im Osten mit einem Bevölkerungsschwund und in der Folge mit viel Leerstand zu kämpfen. In Jena und Erfurt aber zeigt sich inzwischen ein umgekehrter Trend, was laut Immowelt zu „moderatem Wachstum“ der Mietpreise führt. Der Zuzug in die großen Städte speist sich oftmals aus den ländlichen Regionen, wo in der Folge ein Überangebot an Wohnraum herrscht – und die Mieten dementsprechend stagnieren oder sogar sinken.

Allerdings trifft die simple Formel „Großstadt teuer, Land billig“ auch nicht durchgängig für Thüringen zu. Etliche Städte weisen erheblich niedrigere Mieten als der Durchschnitt aus, was die Experten einerseits auf einen relativ hohen Anteil noch nicht durchsanierter Altbauten sowie der Dominanz von großen Wohnungsgesellschaften zurückführen, andererseits auf ein weiter - jedenfalls im Vergleich zum Westen und Süden - niedriges Einkommensniveau außerhalb solcher Zentren wie Jena oder Erfurt. So liegt Gera mit Durchschnittsmieten von 5,10 Euro weit hinter Saalfeld-Rudolstadt (5,90 €) oder gar dem Ilm-Kreis (6,20 €) zurück.

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 76 ostdeutschen Land- und Stadtkreisen waren alle entsprechenden auf immowelt.de inserierte Angebote für Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden.

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