Unterricht mal anders

Englisch gelernt und Lebenskunde

Rudolstadt.  White Horse Theatre spielt vor Rudolstädter Gymnasiasten

Die vier Schauspieler des White Horse Theatre bei ihrer Aufführung von "Das Bildnis des Dorian Gray" am Rudolstädter Gymnasium.

Die vier Schauspieler des White Horse Theatre bei ihrer Aufführung von "Das Bildnis des Dorian Gray" am Rudolstädter Gymnasium.

Foto: Beatrix Abt

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„Learn English through Theatre“ – so hieß es auch wieder vor wenigen Tagen im Fremdsprachenunterricht am Gymnasium Fridericianum in Rudolstadt. Erneut waren vier Schauspieler des Tournee-Ensembles White Horse Theatre zu Gast, um für die verschiedenen Klassenstufen passende Stücke in ihrer Muttersprache zu spielen.

Die Aufführungen boten den Schülern Gelegenheit, außerhalb des Klassenzimmers zu erfahren, inwieweit sie andere Sprecher als die ihnen vertrauten Englischlehrerinnen verstehen. Bei der Vorbereitung erweiterten sie ihren Wortschatz einmal nicht mit Texten und Übungen aus dem gewohnten Lehrwerk. Nicht zuletzt waren die Themen der Stücke interessant, boten Abwechslung und Spannung und motivierten dadurch zum Lernen.

Halbwüchsige in Turbulenzen der ersten Liebe

Die 5. und 6. Klassen sahen „The Empty Chair“, ein Stück in sehr einfachem Englisch, das von Peter Griffith, dem Gründer und künstlerischen Leiter des Theaters, geschrieben wurde. Auf unterhaltsame Weise beschäftigt es sich mit dem ernsten Thema der Trennung von Eltern und den Auswirkungen auf die Kinder. Auch das Stück für die 7. und 8. Klassen stammte aus der Feder von Griffith, der sich dafür bei keinem Geringeren als dem großen William Shakespeare bedient hatte. Mit „Two Gentlemen“ holte er die Geschichte der „Zwei Edelmänner von Verona“ in die Gegenwart und adaptierte dabei auch die Sprache. Zwei Halbwüchsige sammeln erste Erfahrungen in der Liebe, was offensichtlich zu einigen Turbulenzen führt. Sie müssen lernen, mit unbekannten Situationen umzugehen, wie man sich dem Freund anvertraut und ihm die neuen Gefühle beschreibt, wie es ist, wenn man sich in dasselbe Mädchen verliebt, was Vertrauen und Treue bedeuten, ob Freundschaft oder Liebe den Vorzug erhalten.

Jede Entscheidung im Leben hat Konsequenzen

Die 9. bis 12. Klassen sahen „Das Bildnis des Dorian Gray“ des berühmten irischen Schriftstellers Oscar Wilde in der dramatisierten Fassung von Guy Wilson. Das Stück kann für Jugendliche, die sich in der Phase befinden, wo sie für ihre Zukunft die Weichen stellen und wichtige Entscheidungen treffen, tatsächlich ein Stück zur rechten Zeit sein. Die Hauptfigur Dorian, ein unbescholtener, hübscher junger Mann, lässt sich von einem reiferen Herrn dazu verführen, den Weg eines ausschweifenden und sündhaften Lebenswandels zu betreten. Menschen, die sich von ihm angezogen fühlen und ihm vertrauen, werden von ihm rücksichtslos benutzt und nehmen Schaden, werden aus der Gesellschaft ausgestoßen, in den Selbstmord getrieben, letztendlich wird sogar sein bester Freund von ihm ermordet. Zum Schluss muss Dorian den Preis dafür bezahlen. Das Stück verdeutlicht, dass jede Wahl, die man im Leben trifft, jede Handlung, die man ausführt, Konsequenzen hat, positiv oder negativ. Am Ende der Aufführungen konnten die Schüler den Schauspielern Fragen stellen und eine kleine Gruppe konnte das Gespräch beim gemeinsamen Mittagessen fortsetzen. Außerdem wurden die Schüler eingeladen, den Darstellern auf Instagram zu folgen und in Kontakt zu bleiben.

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