Erst mal kleinere Brötchen am Hohenwarte-Stausee

Goßwitz.  Großprojekte für Saalthal-Alter zunächst nur auf Papier – Umkleide- und Sanitärbereich soll gebaut werden

Vor, zurück und seitwärts, teils zentimeterweise: Bereits an der Zufahrt zum Parkplatz an der Liegewiese der Alterbucht geht es an den Sommer-Wochenenden mehr als beengt zu. Ein Parkdeck soll Abhilfe schaffen.

Vor, zurück und seitwärts, teils zentimeterweise: Bereits an der Zufahrt zum Parkplatz an der Liegewiese der Alterbucht geht es an den Sommer-Wochenenden mehr als beengt zu. Ein Parkdeck soll Abhilfe schaffen.

Foto: Jens Voigt

Trotz erheblicher Steuerausfälle im Zuge der Corona-Pandemie will die Gemeinde Unterwellenborn ihre Vorhaben zur Stärkung der touristischen Infrastruktur am Hohenwarte-Stausee im nächsten Jahr nicht gänzlich ruhen lassen. „Die Leute sollen sehen, dass etwas passiert“, betonte Bürgermeisterin Andrea Wende (Freie Wähler) bei einer Projektgruppenberatung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) „Thüringer Meer“ vor einigen Tagen im Bürgerhaus „Schacht Luise“ in Goßwitz.

Während die drei Großvorhaben in Saalthal-Alter – Parkdeck, Schiffsanleger und Strandpromenade – noch weiter in ihren Planungen verfeinert werden, soll nach den Vorstellungen von Wende und Hauptamtsleiter Olaf Melzer eine zwar nicht so teure, aber von vielen Gästen und Anliegern seit langem geforderte Einrichtung endlich errichtet werden: eine Toiletten- und Umkleideanlage am Standort des vormaligen Kinos neben der Liegewiese, wo in diesem Frühjahr bereits ein Spielplatz eingerichtet worden war. Die Gemeinde stehe weiter zum „Thüringer Meer“, auch wenn die Situation durch das Wegbrechen von Steuereinnahmen und gleichzeitig viele Investitionswünsche in den Ortsteilen schwierig sei, unterstrich Wende. Auch gehe es weiter darum, die Uferzone am Alter Stück für Stück zu beräumen, wo leider nicht alle betroffenen Bungaloweigentümer das Angebot der Gemeinde angenommen haben, die die Abrisskosten weitgehend übernehmen wollte, sofern die Eigner ihre Hütten aufgeben.

Entwurfsplanungen für Hauptprojekte vorgestellt

Gleichwohl bleiben auch die drei Hauptprojekte, die den Ankerort Saalthal-Alter aufwerten sollen, weiter im Blick. Die jeweiligen Entwurfsplanungen stellten die Vertreter der beauftragten Büros, der Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH und der Steinbacher Consult GmbH vor. „Das Bauen am Alter hat eine Signalwirkung für die Region. Wir werden alles tun, um die Gemeinde dabei zu unterstützen“, sagte Landrat Marko Wolfram (SPD), der von einer Vertreterin der unteren Bauaufsicht begleitet wurde. Um für alle drei Vorhaben das Baurecht sichern zu können, ist es erforderlich, dass die Gemeinde Unterwellenborn den seit 2004 rechtswirksamen Bebauungsplan ändert. Zur Wahl des Verfahrens und dessen Durchführung wurden diesbezüglich Hinweise und Empfehlungen gegeben.

Den Planungen zufolge soll der Schiffsanleger aus einer 36-Meter-Vorlandbrücke in einer Fachwerk-Stahl-Konstruktion, einem Pontonsteg, Wartezone und einem behindertengerechten Zugang in Form einer Rampe mit maximal sechs Prozent Steigung bestehen. Die Anlage werde den größten Teil des Jahres öffentlich zugänglich sein, aber im Winter abgesperrt werden können, hieß es. Vorgesehen ist der Anleger nicht nur für Fahrgastschiffe, sondern es sind auch Anlegepositionen für kleinere private Boote etwa von Tagesgästen vorgesehen. Dabei wird der Anleger so konstruiert, dass er auch bei wechselnden Wasserständen nutzbar ist.

Verweis auf Stahlregion an Fassade

Die Uferpromenade soll als verkehrsberuhigter Bereich entstehen. Wie das am besten umzusetzen ist, wurde diskutiert. Bürgermeisterin Wende kann sich jedenfalls ein Parkleitsystem am Stausee vorstellen, das den touristischen Tagesgästen rechtzeitig anzeigt, welche Parkplätze schon ausgelastet sind, um vergebliche Zu- und Suchfahrten in der Bucht zu vermeiden. Eingangs der Promenade soll das doppelstöckige Parkdeck gebaut werden, bei dem Ladeplätze für elektrisch betriebene Autos und Fahrräder, Stellplätze für Motorräder und auf dem Vorplatz Fahrradstellplätze vorgesehen sind. Erwogen werden zudem Möglichkeiten, im Umfeld auch Boote mit Elektroantrieb anzuschließen. Im Eingangsbereich wird eine tropfenförmige Wendeschleife gebaut, damit auch größere Fahrzeuge wie Busse und Trailer-Fahrzeuge dort umdrehen können. Zur Planung gehört auch eine ansprechende Fassade, die aus Stahlgewebe bestehen könnte, um auf die hiesige Stahlregion hinzuweisen.

„Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr die ersten Planungen abschließen können, um bald mit dem ersten Projekt zu beginnen“, sagte Hauptamtsleiter Melzer. Als erstes soll nach den Vorstellungen der Gemeinde der Schiffsanleger errichtet werden. Abhängig von der Entwicklung der finanziellen Möglichkeiten solle dann in Jahresscheiben weiter geplant und gebaut werden.