Familien-Ensemble begeistert in Saalfelds Johanneskirche

Saalfeld.  Das Familien-Ensemble „Sempre Rubato“ unterhielt die Zuhörer in der gut besuchten Johanneskirche in Saalfeld.

Das Familienensemble „Sempre Rubato“ gastierte am Sonnabend in der Johanneskirche in Saalfeld.

Das Familienensemble „Sempre Rubato“ gastierte am Sonnabend in der Johanneskirche in Saalfeld.

Foto: Foto: Heike Enzian

Die dicken Mauern der Johanneskirche in Saalfeld machten die Temperatur im Inneren am Samstagnachmittag erträglich. Gerade recht, um sich einem besonderen Musikgenuss hinzugeben. Es waren keine Profis, die hier zu Geige, Querflöte oder Klarinette griffen. Es waren die Mitglieder des Familien-Ensembles „Sempre Rubato“, die eines ihrer beiden diesjährigen Konzerte gaben.

Unter ihnen ist der Saalfelder Pfarrer Christian Sparsbrod mit Familie, der sich ganz persönlich freute, die Besucher in „seiner“ Kirche begrüßen zu dürfen. „Ein Konzert unseres Ensembles hier in der Region hat es seit über 30 Jahren nicht gegeben. Zuletzt waren wir 1989 hier in der Nähe, unter anderem in Leutenberg“, erinnert er sich. „Diesen Sommer damals haben wir alle noch sehr gut in Erinnerung, es war die Zeit eifriger Diskussionen“, sagt er.

Die Geschichte des Ensembles geht noch zwei Jahre weiter zurück. Im Sommer 1987 fand sich eine Handvoll Studenten zusammen, um tagsüber mit dem Fahrrad übers Land zu fahren und abends in den Kirchen und Gemeindehäusern zu musizieren.

Gemeinschaft lebt bis heute fort

Die Gemeinschaft von damals hat bis in die Gegenwart Bestand. „Der Kreis ist gewachsen, erst kamen die Partner dazu, dann die Kinder, die inzwischen selbst schon erwachsen sind. Mittlerweile sind schon vier Enkel mit unterwegs“, berichtet Christian Sparsbrod.

Jeden Sommer trifft man sich für eine Woche, um gemeinsam zu musizieren, die Gemeinschaft zu leben und den Glaube zu pflegen. Die befreundeten Familien kommen unter anderem aus Konstanz, Berlin, Wiesbaden, Dresden, Weimar, Jena. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie als Buchbinder, Anwalt oder Ärztin, in einer Sternwarte oder auf einem Erlebnisbauernhof.

„Das Datum unserer Treffen richtet sich nach den Ferienzeiten in den einzelnen Bundesländern. Häufig ist die erste Augustwoche der gemeinsame Nenner. Vergangenes Jahr waren wir im Riesengebirge, dieses Jahr war das auf Grund von Corona nicht möglich“, so der Pfarrer.

Freude an der gemeinsamen Zeit

Quartier bezogen hatte die etwa 50-köpfige Gruppe in der Jugendbegegnungsstätte Hütten. „Die Tage dort sind richtig durchstrukturiert, mit Proben der einzelnen Gruppen oder des Kammerorchesters“, beschreibt er die vergangene Woche. „Es macht uns einen Riesenspaß, gemeinsam zu üben, gemeinsam die Zeit zu verbringen“, so die Musiker.

Vom Ergebnis konnten sich die Zuhörer am Sonnabend zur musikalischen Abendandacht überzeugen. Es erklangen Werke von Vivaldi, Herman Beeftink oder Joseph Haydns Bruder Michael Haydn. Die Zuhörer dankten mit herzlichem Applaus.