Feuer in Rudolstadt: Polizei geht von Brandstiftung aus

Rudolstadt.  Der Großeinsatz der Feuerwehren dauerte am Freitag noch an. Unterdessen sind mehrere Hilfsaktionen angelaufen.

Zwei kleine Wasserschildkröten konnten am Freitag lebend aus dem Gebäude gerettet werden. Sie wurden zunächst an Tierheimleiterin Beate Zisowsky übergeben.

Zwei kleine Wasserschildkröten konnten am Freitag lebend aus dem Gebäude gerettet werden. Sie wurden zunächst an Tierheimleiterin Beate Zisowsky übergeben.

Foto: Foto: Heike Enzian

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Die ganze Nacht zum Freitag kämpften Feuerwehrleute aus Rudolstadt und dem Landkreis gegen Rauch und Flammen in dem Mehrfamilienhaus am Rudolstädter Saaldamm. Hier war es am frühen Donnerstagabend erneut zu einem Brand gekommen.

Nachdem zunächst wieder im Keller ein kleiner Brandherd festgestellt wurde, breitete sich das Feuer binnen kurzer Zeit über Leitungsschächte und Zwischendecken bis zum Dachstuhl aus. Dabei wurden Dach und Gebäude maßgeblich zerstört. Erst gegen 4.30 Uhr galt das Feuer unter Kontrolle, informierte Rudolstadts Stadtbrandoberinspektor Sergij Rabino. Der Großeinsatz der Feuerwehren dauerte auch am Freitagvormittag noch an. Die Einsatzkräfte waren mit Restablöschungen befasst. Zwischendecken wurden weiter bewässert, um erneute Brandherde auszuschließen.

Mehrere Spendenaktionen gestartet

Mittels Wärmebildkamera wurde schließlich überprüft, ob es noch Hitzequellen im Haus gibt. Ein Feuerwehrmann rettete zwei kleine Wasserschildkröten aus dem Gebäude. Sie wurden zunächst an das Tierheim übergeben. Gegen Mittag wurde die Bundesstraße einspurig wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Verletzten konnten bis auf einen 84-Jährigen das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Wie die Polizei am Freitag informierte, hat sich bezüglich des Kellerbrandes vom Mittwoch der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet. Zur Gesamtschadenshöhe gab es am Freitag noch keine Informationen. Ob das Haus überhaupt erhalten bleiben kann, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die Mieter werden sich auf lange Sicht auf Ausweichwohnungen orientieren müssen. „Dazu gibt es bereits Kontakt mit Ruwo, WGR und Awo“, informierte Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl (BFR).

Unterdessen sind mehrere Hilfsaktionen angelaufen. Die Stadt Rudolstadt hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Auch der Diakonieverein bittet um Spenden. Hintergrund ist, dass eine Mitarbeiterin der Einrichtung betroffen ist. „Die 49-Jährige lebt mit ihrem gehbehinderten 23-jährigen Sohn in dem Mehrfamilienhaus. Sie hat im Moment keine Möglichkeit in das Haus zurückzukehren. Unsere Kolleginnen haben ihr Sachen gegeben, damit sie sich anziehen kann“, sagt Susann Beutler. Neben dem Spendenaufruf bietet der Diakonieverein allen Betroffenen an, sich Möbel aus dem Möbellager auszusuchen.

Im Freizeittreff „Regenbogen“ in Volkstedt-West können Sachspenden abgegeben werden.

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