Forst schafft im Revier Meura freie Flugbahn für Auerwild

Das Auerwild soll ungehindert fliegen: Der Forst will der gefährdeten Spezies möglichst gute Lebensbedingungen bieten. Die Arbeiten dazu zeitigen auch Pflegeeffekt für den Wald und Nutzen für andere Tiere. Die nächste Auswilderung von Auerwild ist Anfang September geplant.

Die Forstwirte Hans-Jürgen Möbius (links) und Heiko Oberländer schichten im Revier Meura wirtschaftlich nicht verwertbares Holz auf. Dieses ist geschnitten worden, um den Lebensraum für das Auerwild zu verbessern. Foto: Michael Graf

Die Forstwirte Hans-Jürgen Möbius (links) und Heiko Oberländer schichten im Revier Meura wirtschaftlich nicht verwertbares Holz auf. Dieses ist geschnitten worden, um den Lebensraum für das Auerwild zu verbessern. Foto: Michael Graf

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Meura. Im Revier Meura des Forstamts Gehren ist jetzt auf zirka sechs Hektar Waldfläche wirtschaftlich nicht verwertbares Holz geschnitten und zu Stapeln aufgeschichtet worden. Nach Abfuhr aus dem Wald wird es zu Hackschnitzeln verarbeitet, aber das eigentliche Anliegen der Aktion ist ein ganz anderes: Der Forst will damit den hier ausgewilderten Auerhühnern möglichst gute Lebensbedingungen bieten.

"So soll erreicht werden, dass das Auerwild ungehindert fliegen kann", sagte gestern bei einem Vor-Ort-Termin Revierförster Franko Buttig mit Blick auf die entstandenen Schneisen. Zugleich könne sich die Bodenvegetation mit den vielen Heidel- und Preiselbeersträuchern besser entwickeln, fügte der stellvertretende Forstamtsleiter Michael Wennrich an. Er verwies darauf, dass ähnliche Maßnahmen wie im Raum Unterweißbach/Meura in diesem Jahr auch noch im Revier Saalfelder Höhe und im Langer-Berg-Bereich im Ilmkreis dort vorgesehen sind, wo Auerhühner ihre Lebensräume haben. Zirka 2000 Waldarbeiter-Stunden seien dafür geplant.

Diese Naturschutzmaßnahmen sind nach Wennrichs Worten einerseits eine gesetzliche Aufgabe, ordnen sich zugleich aber auch in das von Thüringen-Forst initiierte und betreute Auerhuhn-Projekt ein, das sich über mehrere Forstämter – Gehren, Paulinzella, Neuhaus, Leutenberg – erstreckt und auf eine bessere Eingliederung des selten gewordenen Auerwilds in die heimische Natur abzielt.

Mit den derzeitigen Arbeiten, die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt sind, wird auch ein Pflegeeffekt für den Wald erreicht, verbunden mit Nutzen für weitere Tierarten, wie die Forstleute erklären: Beerenstrauchreiche Nadelwälder werden gefördert, und die Auflichtungen kommen Reptilien wie Kreuzottern und Eidechsen, aber auch anderen Vögeln wie der Heidelerche zugute.

Der Forst würde es begrüßen, wenn sich auch Kommunen und private Waldbesitzer zu solchen Maßnahmen in Auerwild-Kernlebensräumen entschließen könnten, und hat nach Wennrichs Auskunft die Möglichkeit, Selbige zu fördern.

Mit nach Schätzung von Forstfachleuten gegenwärtig höchstens zehn bis 20 Tieren in ganz Thüringen, die meisten davon im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, steht das Auerhuhn auf der Roten Liste gefährdeter Arten. 1970 hatte es noch rund 300 Tiere hier gegeben.

Einen maßgeblichen Anteil an den Bemühungen zur Erhaltung der Spezies hat die landeseigene Aufzuchtanstalt in Langenschade, die seit 1989 arbeitet und dem Forstamt Paulinzella unterstellt ist. Voraussichtlich 20 weitere Tiere, die dort aufgewachsen sind, werden laut Information von Sebastian Hey, Koordinator des Auerwild-Projekts von Thüringen-Forst, Anfang September im Bereich des Forstamts Gehren in die Freiheit entlassen. Dies sei dann die letzte Generation Zuchttiere aus der alten Station, sagte Hey. Ende 2012 solle die neue Station im Wald bei Langenschade fertig gestellt werden.

Forstamt Paulinzella unterstützt Waldameisen

Auerhühner bei Unterweißbach in Freiheit entlassen

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