Fünf Tage im Ausnahmezustand im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Timisoara  Das „Team Abuzze“ aus dem Landkreis Saalfeld/Rudolstadt ist bei der traditionellen fünftägigen „Enduro-Mania“ in Rumänien nicht erst in diesem Jahr mit Platz eins und zwei das Maß aller Dinge.

Endurosport, Team Abuzze. Foto: Verein

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Es sind fünf Tage im Ausnahmezustand. Fünf Tage, auf die Rene Schulz vom „Team Abuzze“ nicht verzichten will. Der Endurosportler fährt seit 2010 in den rumänischen Banat, eine historische Region in den heutigen Ländern Rumänien, Serbien und Ungarn.

„Es ist die wunderbare Möglichkeit, sich mit seinem Geländemotorrad völlig frei in der Natur bewegen zu können“, beschreibt der Fischersdorfer den Drang der Thüringer nach Südeuropa. Seit 25 Jahren gibt es dort die „Enduro-Mania“, an der in diesem Jahr an acht Veranstaltungen Motorsport-Teams aus ganz Europa teilnehmen.

Der fünftägige Wettbewerb ist eine Art moderne Schnitzeljagd. Dreiköpfige Teams sollen mit ihren Motorrädern insgesamt 80 Punkte in der Region, die etwa so groß wie Brandenburg ist, anfahren. „Dabei ist es den Teilnehmern völlig freigestellt, wie man die jeweiligen Punkte erreicht“, erzählt Rene Schulz, der in diesem Jahr mit mehreren Ersatzmaschinen in das etwa 1400 Kilometer Basislager nach Rumänien aufbrach. Denn die Strecke hat es in sich: Es gibt im wahrsten Sinne über Stock und Stein, häufig durch unwegsames Gelände - mit dem einen Ziel: Möglichst viele der ausgeschriebenen Punkte zu erreichen. „Täglich sind Strecken zwischen 70 und 300 Kilometer Länge zu absolvieren“, so Schulz, wobei man beispielsweise Wirtschaftsruinen, Klöster, Wasserfälle, aber auch mal einen einbeinigen Kriegsveteranen erreichen und sich die Bestätigung holen muss.

„Und das ist manchmal extrem schwierig. Erst zwei Teams schafften es in der Vergangenheit, alle Punkte in der geforderten Zeit zu erreichen“, so der Fischersdorfer, dessen Team gleich zwei Mal in diesem Jahr die Reise nach Rumänien in Angriff nahm: Im Juni waren neun jüngere Endurofahrer - alle so zwischen 30 und 35 Jahren - aus dem Landkreis Saalfeld/Rudolstadt dabei, jetzt, im September die älteren Akteure. Und Letztere waren froh, dass jeder zwei Motorräder mit nach Südeuropa nahm. Geht nämlich etwas kaputt, muss selbst repariert werden. Denn sonst fällt man aus der Wertung. „Da ist manchmal schon die Reparatur ein große Herausforderung“, so Rene Schulz: „Sieben Stunden lang auf einer Wiese zu schrauben ist nicht einfach.“

Die technischen Schwierigkeiten hielten das ältere Team aus dem Landkreis freilich nicht von ihrem Ziel ab, mindestens so viele Punkte zu erreichen wie die jungere Truppe im Sommer. „Außerdem wollten wir dieses Mal unbedingt gewinnen“, so der Fischersdorfer, dessen Team neben der schwierigen Streckenführung auch mit schlechtem Wetter und dem zeitigen Einbruch der Dunkelheit zu kämpfen hatte.

Und es lief gut für die „Senioren“, die allesamt so um die 50 Jahre sind: „Wir erreichten exakt die gleiche Punktzahl wie die Jungen und gewannen die letzte der insgesamt acht Veranstaltungen.“ Damit wiederholten die Thüringer - nach einem Jahr Pause 2014 - ihre Erfolge aus 2013. Zumindest fast: vor zwei Jahren gewannen die jüngeren Endurofahrer aus dem Landkreis und die älteren wurden Zweite. „Auf jeden Fall ist das Team Abuzze ein Bergriff bei der Enduro-Mania“, freut sich Rene Schulz über die erfolgreichen fünf Motorrad-Tage in Rumänien.

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