Geldautomat: In Sitzendorf möglich, in Katzhütte nicht

Schwarzatal.  Durch die Ungleichbehandlung bei der Sparkassenfilialen-Stilllegung im Schwarzatal wächst der Druck auf Landrat Marko Wolfram.

Verschiedene Banknoten vor einem Geldautomaten einer Sparkasse.

Verschiedene Banknoten vor einem Geldautomaten einer Sparkasse.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Der Protest gegen die geplanten Filialstilllegungen der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt im Schwarzatal geht weiter. Vor wenigen Wochen hatte das kommunale Kreditinstitut entschieden, zwei Drittel zu schließen. Das betrifft Sitzendorf und Katzhütte. Erhalten bleiben soll nur der Standort in Oberweißbach (Landgemeinde Stadt Schwarzatal).

Schon in der Gemeinschaftsversammlung der VG Schwarzatal hatte sich Widerstand offenbart, wurde VG-Chef Ulf Ryschka beauftragt, im Namen der Region bei Vorstand und Verwaltungsrat vorstellig zu werden. Über den Zwischenstand hatte Ryschka zuletzt im Gemeinderat Sitzendorf berichtet.

Und obwohl Sitzendorf-Bürgermeister und Kreistags- und Sparkassenverwaltungsratsmitglied Martin Friedrich (CDU) gleich zu Beginn dafür geworben hatte, gemeinsam zu protestieren, aber auch gemeinsam für die Stärkung des letztverbliebenen Standorts in Oberweißbach zu werben, beginnt die Front zu bröckeln.

Das hat seine Ursache in einem wichtigen Detail: Während für Sitzendorf das Ende der Filiale mit dem vorläufigen Belassen des Geldautomaten an dieser Stelle erleichtert wurde, wird in Katzhütte diese Option nicht eingeräumt.

Offener Brief an Landrat

Dies hat sechs Katzhütter Gemeinderatsmitglieder der Fraktion „BI Pro Katzhütte-Oelze/Feuerwehrverein/Heimatverein“ zu einem offenen Brief an Landrat Marko Wolfram (SPD) veranlasst. Aus ihrer Sicht trage die Sparkasse in ihrer Besonderheit neben dem Gebot unternehmerisch erfolgreichen und ökonomisch geratenen Handelns auch eine strukturpolitische Verantwortung. Darin habe der Verwaltungsrat mit seinem Vorsitzenden, dem Landrat, eine Mitwirkungspflicht.

Die Unterzeichner erwähnen ein Gespräch mit dem Sparkassenvorstand, in dem auf Abfederungsmöglichkeiten verwiesen wurde. Allerdings seien diese im Vergleich zu Sitzendorf um ein wichtiges Merkmal ärmer. Während in Sitzendorf der Geldautomat als wichtiges Angebot erhalten bleibe, sei das in Katzhütte offenbar nicht erwogen worden.

Dabei sei die Sparkasse nicht nur in Sitzendorf im Eigentum der Immobilie, sondern gebe es in Katzhütte einen noch vier weitere Jahre laufenden Mietvertrag. In dieser Zeit könne der Automat dort verbleiben und gleichzeitig erklärt werden, wie viele Benutzungen nötig seien, damit die Rentabilität hoch genug für einen dauerhaften Verbleib sei.

Auch Ulf Ryschka, der im ersten Anlauf mit seinen Argumenten vom Verwaltungsrat zum Vorstand weitergereicht wurde, schrieb erneut. Er will erreichen, dass strukturpolitische den ökonomischen Überlegungen hinzugefügt werden.