Haftstrafe: Tochter der Jugendliebe in Rudolstadt missbraucht

Gera.  Das Landgericht Gera bringt einen Maler aus Rudolstadt wegen schweren sexuellen Missbrauchs für längere Zeit hinter Gitter.

Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Petra Hildebrandt

Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Petra Hildebrandt

Foto: Tino Zippel

Das Landgericht Gera hat am Donnerstag einen 36-jährigen Mann aus Rudolstadt zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte im Prozess zugegeben, die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin in 16 Fällen sexuell missbraucht zu haben, davon in acht Fällen schwer.

Kind hatte sich Oma und Mutter anvertraut

Ursprünglich hatte die Staats­anwaltschaft 31 Fälle angeklagt. Dies ging auf die Aussagen des Mädchens zurück, das sich im Mai Mutter und Oma anvertraut hatte.

Der Angeklagte kannte seine Lebensgefährtin bereits aus der gemeinsamen Lehrzeit. Schon damals waren sie ein Paar, verloren sich aber nach der Trennung aus den Augen. „Im September 2019 haben wir uns wiedergetroffen. Sie hat mir erklärt, dass ich ihre große Liebe war.“ Schon einen Monat später zog die Frau mit ihrer Tochter beim Angeklagten ein, kurze Zeit später wieder aus und dann doch wieder ein. Er habe die Vaterrolle für das Mädchen übernommen, sie auch betreut, als sie krank war, während sich die Mutter kaum um das Kind gekümmert habe, wie der Angeklagte sagt. „Sie hat sich mehr für ihr Handy interessiert.“

Mädchen übernachtete mit im Doppelbett

Sexuell sei die Beziehung mit seiner Partnerin aus körperlichen Gründen nicht erfüllend gewesen, sagt der Mann. Weil keine weiteren Betten vorhanden waren, übernachtete das Mädchen im Doppelbett mit dem Angeklagten, während die Mutter oft auf der Couch schlief. Im Bett kam es einmal wöchentlich zu den Übergriffen auf die Achtjährige. Auch nach einem Umzug in eine gemeinsame Wohnung ließ der Angeklagte nicht von ihr ab. Beendet war der Missbrauch, nachdem die Frau den Mann nach einem Streit im April via Whatsapp aus der Wohnung warf. „Ich stehe nicht auf Kinder“, sagt der Angeklagte, der nicht vorbestraft ist und mehrere Berufsausbildungen erfolgreich absolviert hat. Er möchte in der Haft eine Sozialtherapie absolvieren.

Strafkammer überbietet Anträge

Staatsanwältin Sylvia Reuter beantragt vier Jahre Freiheitsstrafe, Verteidigerin Petra Hildebrandt dreieinhalb Jahre Haft. Die neunte Strafkammer unter Vorsitz von Harald Tscherner spricht viereinhalb Jahre aus: „Das geht zwar über die Anträge hinaus, ist aber ein mildes Urteil. Sie haben Glück, dass Sie die Grundlagen durch ein umfängliches Geständnis geschaffen haben. Sie haben dem Mädchen eine qualvolle Vernehmung erspart.“

Das Urteil ist rechtskräftig.

Mann aus Gera muss in Haft: Transporter angezündet

Haft für Erzieher: Mit Nacktbildern Jugendliche zum Sex erpresst