In Rudolstadt werden Bräute fündig

Rudolstadt.  Saskia Beck stattet Heiratswillige in ihrem Laden „Schillers Bräute“ im Handwerkerhof in Rudolstadt aus.

Für jede Braut das passende Kleid zu finden ist die Aufgabe von Saskia Beck.

Für jede Braut das passende Kleid zu finden ist die Aufgabe von Saskia Beck.

Foto: Marie Neubauer

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Im Rudolstädter Handwerkerhof betreibt Saskia Beck den Laden „Schillers Bräute“. Seit Anfang November hat ihr Geschäft geöffnet. Etwa 100 Brautkleider in verschiedenen Weiß- und Rosé-Nuancen, mit Tüll oder Organza, klassisch geschnitten oder ausgefallen, mit Flügel-Ärmeln oder Spaghetti-Trägern, kurz und lang, hängen hier aufgereiht. Die Räume sind dezent dekoriert, thematisch passend, aber nicht übertrieben. Tapeten zieren Wände, die auch in Schillers Wohnräumen gehangen haben könnten.

Saskia Beck hat eine kaufmännische Ausbildung. Viele Jahre arbeitete sie im Büro, sammelte aber nebenbei zehn Jahre lang Erfahrung als Beraterin in einem Brautmodengeschäft. Als Ausgleich zum Büroalltag. In diesem Jahr wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihr Mann, dem auch eine eigene Firma gehört, unterstützte sie darin, sich voll ihrer Berufung zu widmen. „Das Schöne ist, dass man bei fremden Menschen am schönsten Tag teilhaben kann. Ich mag es, Leute glücklich zu machen.“ Sie schätzt an ihrem Job, dass ihr täglich Glück, Freude und Aufregung – im positiven Sinne – begegne.

Ladengeschäft im Handwerkerhof war großer Traum

Das Geschäft im Handwerkerhof zu eröffnen, war für die Saalfelderin der große Traum. Durch Zufall erfährt sie, dass dort gerade etwas frei war. Auch der Zeitpunkt der Eröffnung ist passend. „In den Wintermonaten suchen sich die meisten künftigen Bräute Kleider aus“, weiß die 47-Jährige. Das Gute: Brautmode unterliegt keinen saisonalen Bedingungen. Jedoch ändern sich die Ansprüche: „Kleider müssen immer bequemer werden, denn man muss sie den ganzen Tag tragen können“, sagt sie über die Wünsche ihre Kundinnen. Die kämen überwiegend aus der Region. Dass eine von ihnen aus Kassel gefahren kam, war da schon außergewöhnlich.

Das liegt auch an Becks Präsenz in den sozialen Medien, wo sie schon lange vor Ladeneröffnung auf ihr Angebot aufmerksam machte. Dort wirbt sie mit professionell geschossenen Fotos und einem Werbe-Video für ihr Kleiderangebot. Zwei bis drei Mal die Woche postet sie neue Bilder. Daran muss sie sich zwar immer noch gewöhnen, doch es führte bereits dazu, dass schon während der Renovierungsphase Bräute in ihr Geschäft kamen.

Für die Brautkleid-Auswahl braucht es Zeit

Für ihre Kundinnen nimmt sie sich Zeit, um das Passende zu finden. Zu ihrem Konzept gehört die private Atmosphäre. So könne man in kurzer Zeit eine enge Bindung aufbauen. „Ein bisschen ist man auch Psychologe“, sagt sie. Denn auf die Wünsche und den Typ der Kundin muss sie sich genau einstellen, muss sich hineinfühlen, um das richtige Kleid zu finden. Verkleidet darf die zukünftige Braut nicht aussehen. Im Schnitt probiert sie fünf Kleider an und schreitet dabei über den schmalen weißen Teppich durch das Geschäft. Hier darf sie sich adelig wie Charlotte von Schiller fühlen.

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