Kaulsdorf legt mehr Baugeld bereit

Kaulsdorf.  Haushalt für 2020 wächst um fast 1,5 Millionen Euro – Neubau für Feuerwehr und Jugendklub größter Ausgabeposten

Beim grundhaften Ausbau des Lastweges in Kaulsdorf ist der erste Bauabschnitt bis zum Haus Nr. 6 fast vollendet und sogar ein Stück übererfüllt. Demnächst werden Anwohner und Versorger wie dieser Lebensmittel-Verkaufswagen wieder vom Gänsemarkt aus einfahren können.

Beim grundhaften Ausbau des Lastweges in Kaulsdorf ist der erste Bauabschnitt bis zum Haus Nr. 6 fast vollendet und sogar ein Stück übererfüllt. Demnächst werden Anwohner und Versorger wie dieser Lebensmittel-Verkaufswagen wieder vom Gänsemarkt aus einfahren können.

Foto: Jens Voigt

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Die Gemeinde Kaulsdorf steuert finanziell ruhigere Gewässer an. Der vom Gemeinderat jetzt verabschiedete Haushalt für 2020 wächst um fast 1,5 Millionen Euro auf einen Gesamtumfang von rund 7,1 Millionen Euro, wobei der Vermögenshaushalt und mithin die Möglichkeit für Investitionen besonders stark zulegt.

Zu verdanken hat das die Gemeinde laut Vorbericht von Kämmerin Katja Picha vor allem der anhaltend robusten Konjunktur und damit wachsenden Steuereinnahmen. So legt etwa die erwartete Gewerbesteuer um 35.000 Euro zu, die vom Land zugewiesenen Anteile an der Einkommenssteuer um 29.000 Euro. Auch die Schlüsselzuweisungen des Landes steigen um fast 40.000 Euro.

Kreisumlage frisst mehr als ein Fünftel des Verwaltungsetats

Auf der Ausgabenseite des Verwaltungshaushaltes schmerzt Bürgermeisterin Kerstin Barczus (parteilos) vor allem die Entwicklung der Kreisumlage. Deren Satz war zwar nach Votum des Kreistages zuletzt um einen Prozentpunkt auf rund 40 Prozent gekürzt worden, in absoluten Zahlen aber wächst sie trotzdem um fast 12.000 auf nun rund 735.000 Euro und macht damit mehr als ein Fünftel aller Ausgaben aus. Angesichts solcher Belastungen sei es ihr unverständlich, wenn zum Beispiel das Amtsblatt des Landkreises, das nur noch in geringer Auflage gedruckt wird, nun dafür häufiger erscheine, statt die Druckkosten wirklich einzusparen, sagte Barczus.

Kaulsdorf hingegen müsse, um den Verwaltungsetat ausgeglichen zu bekommen, weiterhin strenge Haushaltsdisziplin üben und werde beim Gemeindepersonal auch im nächsten Jahr „an der absoluten Untergrenze“ bleiben. Was unter anderem einschließt, dass für einen Jugendklub-Betreuer kein einziger Euro im Haushalt ausgewiesen wird.

Förderantrag für Feuerwehr-Neubau in Arbeit

Apropos Jugendklub: Über dessen veränderte Planung als Teil des Feuerwehr-Neubaus in Kaulsdorf hat der Gemeinderat ebenfalls beraten. Demnach soll der zuvor als einzelner Kubus im Hof geplante Jugendklub nun mit einem Verbindungsgang an das Feuerwehrgerätehaus rücken, dessen Zugang nun an die hintere Front am Parkplatz verlegt wird. Zur Auflockerung des Gebäudes und zwecks besserer Übersicht soll das Büro des Wehrleiters wie eine Kanzel gestaltet werden. Für den Neubau von Feuerwehr-Gerätehaus und Jugendklub, der voraussichtlich im Frühsommer 2020 beginnen kann, sind im Vermögenshaushalt 1,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Gemeinde hofft für dieses Vorhaben, weil innerhalb der Dorferneuerungs-Programms angesiedelt und dem zum Beispiel durch den angeschlossenen Jugendklub angepasst, auf eine Förderung von 65 Prozent der Gesamtkosten. Bauamtsleiter Steffen Herold arbeitet deshalb gerade mit Hochdruck an den Unterlagen, um den Antrag noch in diesem Jahr einreichen zu können.

Größere Ausgabeposten betreffen außerdem den Straßenbau im oberen Ort von Breternitz (750.000 Euro), die Fortsetzung im unteren Ort (200.000 €), die Umgestaltung des Dorf- und Rastplatzes von Fischersdorf (350.000 €) sowie die dortige Sanierung von Nebenstraßen (300.000 €). Drittgrößter Einzelposten bei den Investitionen ist die Fortsetzung des grundhaften Ausbaus des Lastwegs in Kaulsdorf samt Neuverlegung sämtlicher Medien- und Entsorgungsleitungen sowie neuer Beleuchtung, die mit 710.000 Euro zu Buche schlägt.

Die Investitionsfreude speziell im Zuge der Dorferneuerung hat freilich eine temporär unschöne Folge: Da zwischen Planung, Bau und Auszahlung der Fördermittel mitunter etliche Monate verstreichen, geht die Gemeinde weit in Vorleistung und muss dafür sogar die Rücklage angreifen. Rein buchhalterisch käme die zum Jahresende 2020 sogar bei einem Defizit von 39.000 Euro an. Kommen bereits zugesagte Fördermittel tatsächlich herein, rechnet die Kämmerin mit mindestens 300.000 Euro in der stillen Reserve. Die in den Folgejahren sogar noch wachsen könnte – falls die Konjunktur so bleibt.

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