Saalfelder Landrat: „Nichtstun würde Sparkasse in Schieflage bringen!“

Saalfeld.  Verwaltungsratschef Marko Wolfram betont, keine andere Bank habe so dichtes Filialnetz im Landkreis. Auch die Bargeldversorgung sei gesichert.

Die Zeiten, als sich vor der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt Schlangen bildeten wie auf diesem Archivfoto aus der Zeit der Euro-Umstellung Anfang 2002, sind Geschichte.

Die Zeiten, als sich vor der Sparkasse Saalfeld-Rudolstadt Schlangen bildeten wie auf diesem Archivfoto aus der Zeit der Euro-Umstellung Anfang 2002, sind Geschichte.

Foto: Klaus Moritz

Landrat Marko Wolfram als Vorsitzender des Verwaltungsrates wirbt für Verständnis für die angekündigte Schließung von fünf Geschäftsstellen der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt und die Umwandlung von zwei weiteren Geschäftsstellen in SB-Filialen. „Wir dürfen die Augen nicht vor den Herausforderungen verschließen und durch Nichtstun unsere Sparkasse in eine Schieflage bringen“, so der Landrat. Die extrem niedrigen Zinsen, ständig steigende Auflagen der Aufsichtsbehörden, der starke Bevölkerungsrückgang und nicht zuletzt der Wandel im Kundenverhalten machen der Kreissparkasse zu schaffen.

Verstärkt wurde der Trend durch die Corona-Pandemie: viele Kunden vermieden Besuche in den Geschäftsstellen und nutzten stattdessen die Online-Angebote oder die App der Sparkasse. Um den öffentlichen Auftrag zur Versorgung mit Finanzdienstleistungen weiterhin erfüllen zu können, sind Kosteneinsparungen erforderlich.

„Darauf hat die Bankenaufsicht unmissverständlich hingewiesen“, erklärt Wolfram. Zum öffentlichen Auftrag gehöre ganz elementar auch die Kreditversorgung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region. Die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt versorgt über 3200 kleine bis mittelständische Unternehmen und Betriebe mit einem jährlichen Finanzierungsvolumen von rund 68 Millionen Euro in unserer Region.

„Dafür ist eine solide Eigenkapitaldecke der Kreissparkasse unerlässlich“, so der Verwaltungsratsvorsitzende und gelernte Volkswirt weiter. Es wäre unsolide, unwirtschaftliche Geschäftsstellen zu erhalten und damit letztlich die Sparkasse in ihrem Bestand zu gefährden. Verständnis hat der Landrat für Befürchtungen, dass die Versorgung mit Bargeld für ältere Menschen, die keine Online-Angebote nutzen, schwieriger werde. Hier biete die Kreissparkasse mit ihrem Bargeld-Lieferservice jedoch eine einfache Alternative.

Per Telefon könnten wochentags von 8 bis 18 Uhr deutlich länger als bisher bis zu 1.000 Euro bei der Sparkasse angefordert werden. Zudem gebe es vielerorts die Möglichkeit, in Supermärkten beim Einkauf Bargeld abzuheben und man sei mit Kommunen in Gespräch, in deren Räumen Beratungen abzuhalten.

Der Landrat warb eindringlich dafür, der Kreissparkasse weiterhin das bisherige Vertrauen zu schenken. „Unsere Sparkasse verfügt auch weiterhin über das mit Abstand dichteste Filialnetz aller Kreditinstitute im Landkreis.“

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