Kommentar

Meinung: Brücke als Pilotprojekt

Jens Voigt über politische Nöte als Chance

Jens Voigt, Lokalreporter Saalfeld

Jens Voigt, Lokalreporter Saalfeld

Foto: Lutz Prager / OTZ

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Hubschrauber-Knattern, Spitzenpolitiker auf Heimatkunde-Tour, das Widerlager als Klagemauer der Bürgermeister – allmählich wird man des immer wieder ähnlichen Spektakels um den Neubau der Brücke zwischen Altenroth und Linkenmühle müde. Schon mehr als zehn Jahre wiederholen sich die Szenen mehr oder minder, keimen Hoffnungen auf und verkrümeln sich wieder. Wird es nun, da die Herren Mohring und Kemmerich Stauseeluft schnuppern durften, besser?

Immerhin, sie sind ja nicht mehr die weithin machtlosen Oppositionschefs. Die neue politische Unübersichtlichkeit in Thüringen verschafft CDU und FDP Mitsprache und Gestaltungsmacht über das Redemanuskript im Landtag hinaus. Mohring und Kemmerich können jetzt zeigen, dass ihre Kritik am Hängenlassen des ländlichen Raums durch Rot-Rot-Grün nicht nur Wasser auf die eigene Mühle, sondern ernst gemeint ist. Würden tatsächlich die Baukosten für die Brücke im Landeshaushalt fixiert, wäre das ein deutlicher Schritt vorwärts. Und vor allem ein Signal an die bisherigen Verhinderer in den Ministerien, dass man endlich zu sichtbaren Ergebnissen kommen muss. Projekt-Kooperation über parteipolitische Gräben hinweg als neues Regierungsmodell – am Stausee kann und muss sie funktionieren. Denn das Lachen und Schimpfen über eine vermeintlich handlungsunfähige Demokratie könnte am Ende mehr kosten als ein paar Millionen aus der Landeskasse.

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