Meinung: Regelkonformer Tritt ins Kreuz

Jens Voigt über einen unbefriedigenden Straßenbau

Jens Voigt

Jens Voigt

Foto: Lutz Prager

Alles muss seine Ordnung haben, natürlich. Das Vertrauen in den Staat lebt auch davon, dass der sich an Gesetze, Richtlinien, Verordnungen hält. Und so ist es eben geregelt, dass für Fußwege, erst recht außerorts, die Gemeinden zuständig sind. Die wiederum, sollten sie dem Weg eine touristische Relevanz zumessen, beim Wirtschaftsministerium zwecks Förderung nachfragen können, das wiederum dem Verkehrsministerium samt Straßenbauverwaltung Bescheid gibt, beim Straßenbau auch einen Fußweg auszuführen. Kann klappen, muss aber nicht.

Siehe Hohenwarte und die Straße zwischen Staumauer und Abzweig nach Saalthal-Alter. Die ist nun besser, viel besser als zuvor. Nur eben schlecht für Fußgänger und Radfahrer, die sich den knappen Verkehrsraum mit Autos, Bussen, Lkw teilen müssen, was, wie man an der Leitbeplankung erkennen kann, so auch nicht vorgesehen ist. Wer dort aus dem Linienbus steigt, müsste sich eigentlich in Luft auflösen. Oder muss eben sehr tapfer sein.

Haltestellen ohne Zuwegung, gesperrte Wanderwege, Leitplanken, die Fußgänger ausgrenzen. Formal gesehen, ist alles in Ordnung. Nur eben nicht richtig. Ein Stück weniger Hoffnung, es könnte eine pragmatische Lösung für die ähnlich gefährliche Strecke zwischen Staumauer und Lothramühle geben. Und für alle, die sich ob ihres Engagements fürs ach so hoffnungsvolle „Thüringer Meer“ nicht nur Lob einfangen, ein Tritt ins Kreuz. Und also ein Tiefschlag für die ganze Region.