Neuer Wanderweg bei Kirchhasel für alle Archäologie-Fans

Kirchhasel.  Mit einer Premierenwanderung wurde am Sonntag ein neuer archäologischer Wanderweg in Kirchhasel eingeweiht.

Organisator Jürgen Weyer konnte am Sonntag am archäologischen Wanderweg in Kirchhasel rund 50 Wanderer begrüßen.

Organisator Jürgen Weyer konnte am Sonntag am archäologischen Wanderweg in Kirchhasel rund 50 Wanderer begrüßen.

Foto: Roberto Burian

Was haben die neunjährige Alexandra, Golden Retriever Rudi, Martina Kaufmann und Tochter Juliane gemeinsam. Alle Genannten einte am Sonntagmittag das Interesse am archäologischen Wanderweg in Kirchhasel. Informationstafeln laden hier zu einem Geschichtsunterricht unter freiem Himmel ein. Auf sechs bis acht Kilometer Länge konnten Interessierte nicht nur aktiv etwas für ihre Gesundheit tun, sondern auch Wissenswertes über Archäologie und Geschichte erfahren.

Rund 50 große und kleine erwartungsfrohe Wanderer konnte Organisator Jürgen Weyer zu Beginn der Wanderung begrüßen. Weitere Anmeldungen konnten coronabedingt und aus Gründen der Logistik leider nicht angenommen werden. Zu Beginn bedankte sich der Vorsitzende des Backhausvereins bei allen Helfern, Unterstützern und Sponsoren.

Die Jugend für Geschichte begeistern

Als Hobbyhistoriker und seit 2020 Vorsitzender des Backhausvereins war Weyer der Initiator für den neuen Wanderweg, weil es ihm darum geht, seine Erkenntnisse aus der Ortsgeschichtsforschung auch den Hasler Einwohnern nahe zu bringen und vor allem den Jugendlichen die Besonderheiten ihres Wohnortes zu vermitteln, um sie in ihrer Heimat stärker zu verankern. So hat Weyer schon vor zwei Jahren von seinem Buch „Die Haseldörfer im Mittelalter“ zehn Exemplare der Schule in Neusitz für die Verwendung im Geschichtsunterricht gespendet.

Noch einprägsamer und nachhaltiger ist es aber, wenn man die Geschichte vor Ort erlebt, also dort, wo sie geschehen ist. Deshalb hat der Backhausverein den Wanderweg angelegt, der sechs verschiedene geschichtliche Ereignisse verbindet. So führte die Wanderung anfangs auf einer mittelalterlichen Königsstraße entlang, auf der wahrscheinlich schon die ottonischen Könige und Kaiser vor 1000 Jahren geritten sind. Am Weg liegt ein Hohlweg als Rest dieser Altstraße, ein historischer Sandsteinbruch und die Dorfstelle des verlassenen Ortes Benndorf.

Grünes Kreuz auf weißem Viereck als Symbol

An diesen besonderen Orten des Weges wird deren Geschichte erläutert. Hier stehen auch Informationstafeln. Auf der historischen „Königsstraße“ verlief der Weg weiter bis zur Flur- und ehemaligen Landesgrenze Mötzelbach. Von dort wurde die ehemalige Feldflur der Wüstung Benndorf bis zum Hohen Berg umrundet.

Der Rundweg ist sechs, mit Stichwegen acht Kilometer lang. Dreiviertel der Strecke verläuft auf Naturpfaden und -wegen. Es wurden sieben große und sechs kleine Informationstafeln sowie 23 Wegweiser aufgestellt und 50 Farbmarkierungen (grünes Kreuz auf weißem Viereck) angebracht.

Die Arbeiten haben die Mitglieder des Backhausvereins durchgeführt. Die Schilder für den Wanderweg wurden durch die Europäische Union mit „Leader“-Geldern zur Förderung des ländlichen Raumes finanziert. Logistische Unterstützung erhielt der Backhausverein durch die Gemeindeverwaltung Uhlstädt-Kirchhasel, durch den Gemeinde- und den Kreiswegewart und durch den Thüringenforst.

Eine große Hilfe sei auch die Spende von 33 Schilderpfosten durch die Rudolstädter Systembau GmbH gewesen, so Weyer. Der neue Wanderweg entspricht den Kriterien für zertifizierte Qualitätswanderwege.