Rudolstadt trauert um Uschi Amberger

Rudolstadt.  Familie und viele ihrer Theaterfreunde kamen am Sonnabend zur Trauerfeier für Uschi Amberger in Rudolstadt.

Trauerfeier für Uschi Amberger. 

Trauerfeier für Uschi Amberger. 

Foto: Foto: Heike Enzian

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Vorbereitete Reden hat sie nicht gemocht. Den Tod auch nicht. Er war ihr nicht wichtig. Pathos lag ihr nicht. „Aber sie wollte gewürdigt werden. Ihre Bescheidenheit war nicht frei von Eitelkeit. Sie war die vielleicht einzige Diva, die diese Stadt je gesehen hat“, wie Theaterintendant Steffen Mensching sagte. Am Sonnabend haben Angehörige und ihre große Theaterfamilie von dieser Diva Abschied genommen: von Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin und Diseuse Uschi Amberger. Sie war in der Nacht zum 3. Januar in einem Rudolstädter Pflegeheim verstorben.

Trauerredner Didi Bujack erinnerte an ihr bewegtes Leben. An „eine Seele von Mensch mit großem Herzen und Berliner Schnauze“, an eine Bühnenlöwin, die sich uneigennützig eingebracht hat, an eine Frau, die ihr Leben gelebt und ihre Grenzen ausgelotet hat. Von einer, die „mit den Großkopferten diniert und mit den Pennern gesoffen“ hat. Nun gibt es keinen Applaus mehr, keinen Vorhang. Aber es werde noch ganz oft von ihr zu erzählen sein.

Von vielen verehrt, für manche ein „rotes Tuch“

„Wahrscheinlich hätte sie sich tot gelacht, wenn sie uns heute hier so sehen würde. Mit ernsten Gesichtern an diesem kalten Januartag morgens um neun, zu einer Zeit, zu der kein Theatermensch gern vor die Tür geht“, beginnt Steffen Mensching seine Erinnerungen an die Frau, die für das Rudolstädter Theater gelebt und gekämpft hat, aber im Herzen immer einer Großstadtpflanze geblieben war. Eine Frau mit Ecken und Kanten, die sie nicht versteckt hat. Die ihr Glas Sekt und ihre Zigarette genossen hat bis zum Schluss. Die auch geistige Unruhe in diese Kleinstadt gebracht hat und für manche ein „rotes Tuch“ war.

„Wir hatten nie jemanden, der so engagiert in die letzten Nester der Bergwelt gefahren ist und dort Werbung für das Theater gemacht hat“, sagte er. Und schloss mit einem Text, den er selbst für eines ihrer Programm geschrieben hat und das von einer ganz anderen Leidenschaft Uschis als die für Männer oder die Bühne spricht: „Es gibt etwas, darauf bin ich ganz heiß, ich bin verrückt, total verrückt nach Himbeereis“.

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