Rudolstadt: Zwei Brände binnen 18 Stunden in einem Haus

Rudolstadt.  Acht Personen wurden verletzt beim Kellerbrand am Mittwochabend in einem Rudolstädter Mehrfamilienhaus. Am Donnerstag gab es erneut einen Großeinsatz der Feuerwehren.

Mittels einer Drehleiter versuchen Feuerwehrmänner den Brand des Dachstuhls des Mehrfamilienhauses in der Rudolstädter Innenstadt in den Griff zu bekommen.

Mittels einer Drehleiter versuchen Feuerwehrmänner den Brand des Dachstuhls des Mehrfamilienhauses in der Rudolstädter Innenstadt in den Griff zu bekommen.

Foto: foto: Heike Enzian

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In der Rudolstädter Innenstadt ist es am Donnerstagabend erneut zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen. In dem Mehrfamilienhaus, in dem am Mittwochabend bereits der Keller brannte, war wieder ein Feuer ausgebrochen. Diesmal offenbar im Dachstuhl. Der Rauch war weithin sichtbar. Auch an der Fassade war Rauchentwicklung deutlich zu sehen. Wieder wurden Feuerwehren aus mehreren Orten zur Einsatzstelle gerufen. Zur Brandbekämpfung kam die Drehleiter zum Einsatz. Aus der Höhe versuchten die Feuerwehrmänner, das Geschehen unter Kontrolle zu bringen.

Brandort sollte gegen 15.30 Uhr wieder freigegeben werden

Gegen 19 Uhr war der Einsatz noch in vollem Gange. Wann mit einer Entwarnung gerechnet werden kann, vermochte zu diesem Zeitpunkt noch niemand zu sagen. Die Bundesstraße war für die Dauer des Einsatzes voll gesperrt. Der Verkehr in Richtung Jena wurde über die Anton-Sommer-Straße umgeleitet. Über die Ursache des erneuten Brandes war vor Ort keine Information zu bekommen. „Das wäre jetzt alles nur Spekulation“, sagte Rudolstadts Stadtbrandoberinspektor Sergij Rabino, der den Einsatz leitete.

„Entsetzlich“, meinte eine Mieterin. „Unsere Sachen sind alle noch drin.“ Dabei hatten die Bewohner des Mehrfamilienhauses am Saaldamm 3 am Donnerstagnachmittag noch gehofft, das Schlimmste bereits überstanden zu haben. Am späten Mittwochabend war im Keller des Hauses ein Brand ausgebrochen. Die Kriminalpolizei war am Donnerstag vor Ort, um Spuren zu sichern und die Brandursache zu ermitteln. Dabei kam auch ein Fährtenhund zum Einsatz. Gegen 15.30 Uhr war man dabei, den Brandort wieder freizugeben. Als der Hausmeister damit begann, die verkohlten Splitter der Kellerfenster von der Straße zu entfernen, wurde erneut ein zunächst kleiner Brandherd im Keller gesichtet. Wieder wurde die Feuerwehr gerufen. Ging man zunächst noch von einer geringen Gefährdungslage aus, so musste man kurze Zeit später feststellen, dass es noch viel schlimmer werden sollte. Personen waren nicht betroffen. Das Haus mit elf Mietparteien war nach dem Kellerbrand gesperrt. Einige Mieter, die am Nachmittag gekommen waren, um zu erfahren, wie es jetzt weiter geht, mussten nun mit ansehen, wie noch größerer Schaden entsteht.

Bei dem Kellerbrand am späten Mittwochabend wurden laut Polizei acht Personen verletzt. Fünf von ihnen konnten nach kurzer medizinischer Behandlung im Krankenhaus wieder entlassen werden. Drei Personen, darunter zwei Kinder, wurden stationär in der Thüringen-Klinik aufgenommen. Kurz vor halb elf wurde der Alarm ausgelöst.

Mieter mussten zusehen, wie noch größerer Schaden entsteht

Als einer der ersten neben dem Rettungsdienst vor Ort war Sergij Rabino. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes hatten bereits Kontakt zu den Personen aufgenommen, die sich an den Fenstern im zweiten Obergeschoss befanden und beruhigend auf sie eingewirkt. Auf Grund der starken Rauchentwicklung konnten die Bewohner das Gebäude nicht mehr selbstständig durch den Flur verlassen. „Das war der Grund, umgehend die Drehleiter anzufordern“, so der Feuerwehrchef. Unterdessen hatten die Feuerwehrmänner Personen aus dem Haus unter Anwendung einer Fluchthaube über den Flur gerettet. Kurze Zeit später konnten die Bewohner der oberen Geschosse mittels Drehleiter gerettet werden. „Der Einsatz ist ziemlich kontrolliert abgelaufen, auch weil die Betroffenen ständig im direkten Augenkontakt zu den Rettern waren“, so Sergij Rabino. Insgesamt waren in der Nacht Mitglieder der Feuerwehren aus Rudolstadt und den Ortsteilen, Bad Blankenburg, Crösten, Saalfeld und Schmiedefeld mit 59 Personen und 16 Fahrzeugen im Einsatz. Der Rettungsdienst war mit 18 Mitarbeitern vor Ort, so die Information der Rudolstädter Feuerwehr.

Ermittlungen zur Brandursache dauern an

Noch in der Nacht informierte sich Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl über die Ereignisse. „Es war zunächst unklar, ob alle Hausbewohner eine Unterkunft finden oder ob es nötig ist, Hotelzimmer beziehungsweise Ersatzwohnungen zur Verfügung zu stellen. Aber es stellte sich vor Ort heraus, dass dies nicht erforderlich sein wird, da alle Betroffenen bei Familie oder Freunden unterkommen“, sagte er am Donnerstag. Über die Ergebnisse der Ermittlungen zur Ursache des Kellerbrandes gab es am Nachmittag noch keine Informationen. Weitere Befragungen und Spurenauswertungen stehen noch aus. Brandstiftung könne aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

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