Rudolstadts Gymnasiums-Leiter geht in den Ruhestand

Rudolstadt.  Roland Arendholz, der Leiter des Rudolstädter Gymnasiums, zieht den Hut.

Roland Arendholz, Leiter des Rudolstädter Gymnasiums, geht zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand 

Roland Arendholz, Leiter des Rudolstädter Gymnasiums, geht zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand 

Foto: Heike Enzian

Mehr als vier Jahrzehnte im Schuldienst, davon 29 Jahre als Schulleiter und zuletzt 12 Jahre als Leiter des Rudolstädter Gymnasiums Fridericianum: Roland Arendholz hat so ziemlich alles erlebt, was eine Lehrerbiografie bietet. Systemwechsel, Schulfusion, Bautätigkeiten sind nur einige Stichworte. Und am Ende auch noch Corona.

Er hat die Prozesse aus einer verantwortungsvollen Position mit gestaltet. Und dazu Generationen von Kindern und Jugendlichen durch ihre Schulzeit begleitet. Zum Ende des Schuljahres geht Oberstudiendirektor Roland Arendholz in den Ruhestand. Oder anders gesagt: „Jetzt endet dein Kampf an der Bildungsfront“, wie es seine langjährige Stellvertreterin Kerstin Heinke ausdrückt.

Da gehört sich ein würdiger Abschied, sind sich Kollegen und Wegbegleiter einig. Dass dies auch unter Corona-Bedingungen gelingen kann, war am Dienstagnachmittag in der Aula des Gymnasiums zu erleben.

Gekämpft gegen Widerstände

Kein Abschied ohne Rückblick: 1991 wird der Fachlehrer für Sport und Biologie Leiter des Fröbelgymnasiums in Bad Blankenburg. Der Einstieg ist nicht einfach, nicht zuletzt wegen des Gegenwindes der Anhänger seines Vorgängers. Mit der Jahrtausendwende zeichnet sich ab, dass es keine Zukunft gibt, „obwohl wir damals gekämpft haben wie die Löwen“, erinnert sich Kerstin Heinke in ihrer Rede. 2004 beginnt die schrittweise Zusammenlegung der Gymnasien von Bad Blankenburg und Rudolstadt, ab 2008 übernimmt er die Leitung beider Häuser, 2014 ist Bad Blankenburg Geschichte.

Wieder muss er mit Widerständen kämpfen, mit alten Klischees und Lehrern, die den Bad Blankenburger Schulleiter als Chef in Rudolstadt nicht wollen. Parallel dazu wird in Rudolstadt gebaut. Es sind spannende Jahre voller Herausforderungen. Aber auch mit schönen Erlebnissen. Es gibt zahlreiche Aktivitäten an der Schule, angefangen von der Aktion „Am Grünen Band“ über sportliche und musikalische Projekte, Schulfeste, Ehemaligentreffen, Wettbewerbe bis hin zum PKC. Immer wieder ein besonderes Erlebnis sind die Zeugnisausgaben für die Abiturienten. „Es ist uns gelungen, dass, was beide Gymnasien ausgezeichnet hat, zusammenzuführen“, sagt er heute.

Musik mit Gänsehautmomenten

Die trotz Corona mehr als gelungene musikalische Umrahmung der Feier ist vor allem einer Idee der beiden Musiklehrer Heide und Volkmar Haupt zu verdanken. Weil der Auftritt des Chores wegen der Hygienebestimmungen nicht möglich war, kam der musikalische Gruß per Videoschalte live aus einem Raum eine Etage tiefer. Inklusive Gänsehaut-Momente. Dafür sorgten die Chormitglieder mit seinem Lieblingslied ebenso wie Tobias Heinke und Karsten Burkhard, zwei junge Männer, die damals Gründungsmitglieder der Schulband „Fröbel S“ am Bad Blankenburger Gymnasium waren. Oder Kerstin Dyroff mit der deutschen Fassung des Liedes aus dem Musical Mamma Mia „Durch meine Finger rinnt die Zeit“.

Den finalen I-Punkt setzte Anja Mann mit ihrer emotionalen Version von „Nehmt Abschied Brüder“. Es ist das Abschlusslied einer jeder Abitur-Zeugnisausgabe am Fridericianum. Sie hatte es in der Aula zu ihrer eigenen Feier im Sommer 2012 gesungen – und damit auch den Schulleiter berührt.

Dauerkarten für den HSV Bad Blankenburg

Zur Abschiedsfeier waren auch Landrat Marko Wolfram (SPD) und Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) gekommen, die seine Arbeit würdigten. An die gemeinsame Zeit erinnerten zudem Eltern- und Schülersprecher, der Sportlehrer-Kollege und der Vorsitzende des Schulfördervereins. Zu Gast war die Dolmetscherin, die über 19 Jahre die Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium und einer Schule in Opole (Polen) begleitet hat.

Und ja, Geschenke gab es auch. Sie verrieten etwas über die Privatperson Roland Arendholz, die sich gern mal auf Konfuzius bezieht. Als Handballfan, „der für den HSV Bad Blankenburg brennt“, darf er sich über zwei Dauerkarten für die Spiele des Vereins freuen, genauso wie über eine Dresden-Fahrt. Schöne Beschäftigungen für die nun anstehende neue Lebensphase.