Saalfeld: Durchatmen und Kraft schöpfen in schwieriger Zeit

Altengesees/Saalfeld.  Bildungstag der Werkstätten Christopherushof an fünf Standorten gleichzeitig durchgeführt

Geschäftsbereichsleiterin Bettina Schmidt zeigt den soeben fertiggestellten Werkstattkalender für 2021, der nun an allen Standorten der Diakoniestiftung gekauft oder bestellt werden kann.

Geschäftsbereichsleiterin Bettina Schmidt zeigt den soeben fertiggestellten Werkstattkalender für 2021, der nun an allen Standorten der Diakoniestiftung gekauft oder bestellt werden kann.

Foto: Sandra Smailes

„Jeder Mitarbeitende ist ein Teil des Ganzen und nur mit allen Teilen sind wir ein Ganzes“, betont Bettina Schmidt, Vorsitzende des Geschäftsbereiches Eingliederungshilfe Arbeit/Integrationsmanagement, in der Begrüßungsrede zum Mitarbeiterbildungstag der Werkstätten Christopherushof.

Werkstätten stellen auch Hygieneprodukte her

Die Veranstaltung, die traditionell am Buß- und Bettag stattfindend, ist für die 580 Beschäftigten der Werkstätten ein arbeitsfreier Tag. Auch Betreuer, Therapeuten, Team- und Gruppenleiter erleben diesen Tag seit Jahren als etwas Besonderes, als Bildungstag. Normalerweise kommen alle Mitarbeitenden an einem Ort zusammen, in diesem Jahr fanden sich rund 180 Teilnehmer bei fünf parallel laufenden Veranstaltungen in Altengesees, Bad Lobenstein, in den zwei Saalfelder Standorten An der Heide und Industriestraße sowie im Landgut Holzdorf bei Weimar ein.

Hinter den Werkstätten liegen schwierige Wochen. Zwei Monate lang waren sie geschlossen. Menschen, die dringend eine Tagesstruktur brauchen, in ihrer täglichen Aufgabe in der Metall- oder Holzwerkstatt, in der Weberei oder der Verpackungsstrecke aufgehen, dort Bestätigung finden, durften plötzlich nicht mehr kommen. Nicht jeder Beschäftigte konnte das verstehen, manche glauben, nicht mehr gewollt zu sein, vergessen zu werden. „Dank der Sozialen Dienste, Team- und Gruppenleiter wurde Kontakt gehalten und vieles erklärt, mancher Beschäftigte wurde täglich angerufen. Schließlich wurde erreicht, dass Menschen die dringend Betreuung benötigen, in die Werkstätten kommen konnten. Wenige vor allem psychisch kranke Menschen hat dies betroffen“, erinnerte Bettina Schmidt. Sie dankte allen für das Verständnis, fürs Durchhalten und die Flexibilität.

In dieser Zeit haben Betreuer die Werkstattaufträge erfüllt, hunderte Mund-Nasen-Masken genährt, Gewichte für Beatmungsgeräte und andere Medizinprodukte hergestellt.

Die Tischlerei entwickelte den Hygienepointer zur Desinfektion der Hände, in der Töpferei entstanden Mini-Abendmahlkelche, anstelle des Christo-Marktes wurde ein Sonderverkauf im Hofladen eingerichtet – neue Wege, um sich nicht unterkriegen lassen.