Sachse gewinnt das Extrem-Rinnetal-Pokal-Pflügen

Unterköditz.  Der Köditzer Pflügerverein hat aufs Feld bitten lassen. Elf Teilnehmer zählte die 24. Auflage.

Hinter dem von Dietmar Wölfert gelenkten Holder probiert sich auch das Königseer Stadtratsmitglied Gert Hertel am Einscharwendepflug.

Hinter dem von Dietmar Wölfert gelenkten Holder probiert sich auch das Königseer Stadtratsmitglied Gert Hertel am Einscharwendepflug.

Foto: Gerd Wagner

Des Landwirts Freude und der Pflüger Qual waren die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage beim diesjährigen Rinnetal-Pokal-Pflügen, welches vom Köditzer Pflügerverein um Chefin Marion Kaufmann durchgeführt wurde.

Der Regen hätte das auserkorene Feld an der ehemaligen Bahnstrecke Köditzberg-Königsee zu einem schmierigen Erlebnis gemacht, wie es lange nicht war, sagt Organisator Reiner Kaufmann. Aus diesem Grund versuchte man es mit Traktor und Forstseilwinde, mit dem der Einscharwendepflug gezogen werden sollte. Letztendlich machte der 1963er Holder-Schlepper vom Oberköditzer Dietmar Wölfert das Rennen, der dem schweren Boden getrotzt hat. Nun hieß es für die Akteure, am Pflug Kraft aufzubringen, um diesen in der Spur zu halten.

Trotz der kühlen und feuchten Witterung fand der 24. Wettbewerb unter coronabedingten Vorkehrungen eine gute Resonanz. Elf Teilnehmer, unter ihnen zwei Frauen, aus der näheren Umgebung sowie Gäste aus dem Chemnitzer Umfeld, welche seit Jahren zur „Pflügerfamilie“ im Rinnetal gehören, stellten sich den Anforderungen und den kritischen Blicken von Kampfrichter Manfred Schönberger.

Sein Augenmerk richtete sich vor allem auf eine gerade sowie gleichmäßig tiefe Furche, wobei man bei diesen Bodenverhältnissen Abstriche machen musste. Doch viele ließen beim Anflügen schon Punkte liegen, sagt Schönberger. Am Start waren auch die Vorjahressiegerin Doreen Obstfelder aus Hengelbach und Rene Todorovic aus dem sächsischen Reichenbach, der die 14. Auflage gewonnen hatte.

Die Sachsen beenden eine sechsjährige Durststrecke

Nach Ansicht des Juroren zog Dustin Herzog aus Dittersdorf bei Chemnitz das beste „Gesamtbild“, das mit der Bestnote „10“ bewertet wurde. Er beendete eine sechsjährige Durststrecke der Sachsen und entführte den Pokal. Der Hobbypflüger ist vertraut mit dem Metier. Allerdings stand er erstmals hinter einem Oldie-Schlepper, sonst geschieht das mit Pferd, spricht Herzog.

Einen sächsischen Doppelerfolg verhinderte Henrik Obstfelder aus Hengelbach (9), welcher sich vor Michael Tietze (8, Hartmannsdorf) einordnen konnte. Beim Damenduo erreichte Mutter Obstfelder die „Zehn“ und Elena Berger aus Königsee die „Acht“.

Den Abschluss eines äußerst trüben, aber durchaus gelungenen Nachmittags am Aschauer Weg bildete ein Schlepper- und Traktorenkorso im Umfeld des Wettbewerbsgeländes, der zur Gaudi der Kinder wurde.