Schule in Katzhütte: Gebäudeübertragung soll Standort sichern

Katzhütte.  Im Gemeinderat klafften jetzt bei der Diskussion dazu für kurze Zeit altbekannte Gräben auf

Das Gebäude, in dem die staatliche Grundschule Katzhütte unterrichtet, gehört aktuell der Gemeinde. Es wird als sanierungsbedürftig eingeschätzt.

Das Gebäude, in dem die staatliche Grundschule Katzhütte unterrichtet, gehört aktuell der Gemeinde. Es wird als sanierungsbedürftig eingeschätzt.

Foto: Henry Trefz

Eigentlich hätte die Corona-Pandemie mit ihren Nebenwirkungen viel zur Besänftigung beitragen können: Eine riesige Turnhalle, statt eines Versammlungsraums im Herrenhaus, große Abstände zwischen den Einzeltischen. Ein wanderndes Mikrofon mit Folien für jeden zum Drüberlegen - so viel Entschleunigung wäre Sanftmut in der Debatte ja unbedingt förderlich. Zumal das periodisch anlaufende Heizlüftersystem mit seinem mächtigen Rauschen die ohnehin schwierige Verständigung nochmals erschwerte.

Und eigentlich stand das Thema noch nicht mal auf der Tagesordnung, sondern kam spontan dazu. Gemeinderatsmitglied Thomas Tredup nämlich wollte einen Grundsatzbeschluss darüber herbeiführen, das Gebäude der Grundschule Katzhütte an den Landkreis zu übertragen. Damit solle die Haltung der Gemeinde zum Erhalt des Schulstandorts verdeutlicht werden.

Weil die Planungsphase des laufenden Schulnetzkonzeptes des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt im kommenden Jahr endet, muss es neu beschlossen werden. Eine Zahl nannte Thomas Tredup, der dem Besuch einer Landkreisabordnung Tage zuvor beigewohnt hatte, schon mal: 60 Schüler sind das Minimum für den Erhalt der Schule. Doch auch eine ganze Reihe baulicher Notwendigkeiten seien zur Sprache gekommen.

Mit der Gemeinde wird das aus einem besonderen Grund erörtert: Im Gegensatz zu vielen anderen Schulgebäuden gehört dieses nicht dem Landkreis, sondern der Kommune. Die in den Jahren nach der Wende eine ganze Menge in das Gebäude investiert habe, etwa eine neue Heizung oder einen gepflasterten Schulhof, wie auch Bürgermeister Wilfried Machold in die Diskussion einwarf.

Nun aber stehe die Frage im Raum, dass im Gegensatz zur chronisch notleidenden Kommune der Landkreis investieren würde, wenn ihm das Gebäude gehörte. Eine Übertragung steht daher im Raum. Weil heute nur noch Teile des Schulhauses wirklich für den Grundschulbetrieb nötig sind, müssten bauliche Veränderungen her. Die Rede ist etwa von einer Brandschutzmauer. Auch am Dach sei Reparaturbedarf, der dem Vernehmen nach demnächst in der Sanierung des ganzen Daches enden dürfte. Und bei der Frage, wer die Verantwortung über die Klärgrube übernimmt, zeichnet sich ebenso ein Dissens ab.

Verhandlungsbereitschaft beim Bürgermeister vorhanden

Rege war der Austausch im Gemeinderat durchaus, der Wille, die grundsätzliche Übertragungsbereitschaft in einen Beschluss zu gießen, blieb aber zunächst überschaubar. Dies führte zu teils erhitzten Wortwechseln. Wilfried Machold gab etwa zu bedenken, dass zwar die Gebäudeübertragung an sich unproblematisch sei, die in den Zwischenzeiten getätigten Investitionen aber womöglich eines Ausgleichs bedürften.

Als zwischendurch die Sorge drohte, der Schulstandort könnte durch den Weigerung Katzhüttes für eine Gebäudeübertragung gefährdet sein, lenkte der Bürgermeister ein. Den Auftrag, in dieser Sache Verhandlungen mit dem Landkreis zu führen, nehme er natürlich an: “Den Erhalt der Schulstandortes an der Eigentumsfrage des Gebäudes scheitern zu lassen, wäre wild”, so Machold wörtlich. Mit 7 Ja-Stimmen gegen vier Einhaltungen kam der - zunächst gar nicht in der Tagesordnung enthaltene - Grundsatzbeschluss durch.