Schwarzatal will Zweckverband für Tourismus-Infrastruktur

Schwarzatal.  Cursdorf kündigt zusätzliche eigene Mitgliedschaft als Erholungsort an und erntet missbilligende Blicke

Das Glasapparatemuseum und die Touristinformation im Dorfgemeinschaftshaus Cursdorf sind der ganze Stolz des staatlich anerkannten Erholungsortes.

Das Glasapparatemuseum und die Touristinformation im Dorfgemeinschaftshaus Cursdorf sind der ganze Stolz des staatlich anerkannten Erholungsortes.

Foto: Henry Trefz

Was im Königseer Stadtrat für das Rinnetal noch bevorsteht, haben die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzatal schon beschlossen: Alle zusammen wollen schnellstmöglich einen Zweckverband für touristische Infrastruktur bilden und haben VG-Chef Ulf Ryschka ein diesbezügliches Verhandlungsmandat erteilt.

Die Initiatoren von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Tourismusregion Rennsteig-Schwarzatal und vom gleichnamigen Verein hatten dafür in mehreren Gremiensitzungen geworben. Kernmotiv, so Regionalplanerin Ines Kinsky und der Bad Blankenburger Tourismusmanager Matthias Gropp, sei die Möglichkeit, in Zukunft überörtliche Tourismusstruktur auch überörtlich gemeinsam zu erhalten. Dies hatte die bisherige KAG-Konstruktion nicht leisten können, weil sie etwa bei wichtigen Fördermittelinstanzen nicht antragsberechtigt ist.

Die Initiatoren wollen mit der Zweckverbandsgründung auch den Landkreis mit ins Boot holen und auf diese Weise gleiche Förderstrukturen herstellen wie bereits in der Region Thüringer Meer rund um die Saaletalsperren. Wichtiger aktueller Anlass ist das Auslaufen der Fördermittelbindung für den Schwarzatalradweg, bei dem der Landkreis die für ein Jahrzehnt übernommene Unterhaltungspflicht an die Kommunen weitergeben will. Ines Kinsky betonte, dass es auch in Zukunft außer der Grundfinanzierung von 1,50 Euro je Einwohner im Jahr keine neuen laufenden Kosten geben werde. Diese Summe war bisher für die KAG aufgewandt worden und soll nach Zweckverbandsgründung umgeleitet werden.

Projekte werden jeweils einzeln auf Nutznießer umgelegt

Was künftige Projekte angeht, soll die Versammlung des Zweckverbands jeweils einzeln entscheiden, auf die Schultern welcher Kommunen die jeweiligen Kostenanteile umgelegt werden.

Frank Eilhauer, Bürgermeister des Erholungsortes Cursdorf, begrüßte diesen Schritt ausdrücklich. Für die Ankündigung, dass seine Gemeinde nicht nur im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft Teilmitglied werden wolle, sondern er mit seiner Kommune auch eine eigene Mitgliedschaft anstrebe, gab es unwirsche Reaktionen bei den anderen Kommunalvertretern. „Einzelspielchen” seien unerwünscht, hieß es, was Eilhauer zu der Versicherung veranlasste, Cursdorf werde seine eigene Mitgliedschaft auch nochmals selbst bezahlen. Es müsse aber nachvollziehbar sein, dass ein Erholungsort a priori höhere touristische Eigeninteressen habe, die es zu wahren gelte. Dieser Schritt stehe schließlich allen anderen Kommunen auch offen.