Spielerisch den Wald erfahren: 280 Kinder unterwegs am Luisenturm in Kleinkochberg

Kleinkochberg  Das hatten die Singvögel, Spechte und Ameisen im Wald rund um den Luisenturm lange nicht mehr erlebt. In ihrem naturbelassenen Lebensraum fanden am Dienstag die Wald­jugendspiele statt.

Die Viertklässler von der Freien Fröbelschule aus Cumbach zeigen, wie fix man einen Holzstoß umsetzen kann. Foto: Roberto Burian

Foto: zgt

Aufgeregte Rufe von 280 Kindern aus Grund- und Förderschulen sowie Kindergärten des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt waren zu hören.

Vorbei war es mit der Ruhe im Wald, als die Forstpaten die kleinen Naturdetektive auf den drei Kilometer langen Wissensparcours mit seinen zehn verschiedenen Stationen schickten. Sie sind im Alltag Revierförsterinnen und Förster. „Nur das, was Kinder kennen und lieben, werden sie später auch schützen und erhalten!“ Von dieser pädagogischen Erkenntnis ließen sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der ThüringenForst und die Schulverwaltung leiten, als sie beschlossen hier die Waldjugendspiele durchzuführen. Ein Klassenzimmer im Grünen wurde vom Forstamt Saalfeld-Rudolstadt aufgebaut. Hier erlebten die Kinder die Natur mit allen Sinnen: Geschicklichkeit und Beobachtungsgabe wurden dabei ebenso getestet wie das Wissen über die Waldbewohner. Waldpflanzen, Bäume, Pilze, Tiere des Waldes, galt es zu erkennen. Beim Holzstoß umsetzen, Wettsägen oder Zapfenzielwurf hieß es für alle ihr Bestes zu geben. Die ganze Vielfalt der grundlegenden Qualifikationen der Kinder wurde angesprochen, wobei das Aufzeigen von Zusammenhängen im Ökosystem Wald im Mittelpunkt stand. Hierauf waren die Kinder im Unterricht vorbereitet worden. „Den Kindern einen Schultag im Freien ermöglichen und in spielerisch-wettkämpferischer Form Belange des Waldes, der Forstwirtschaft, des Natur- und Umweltschutzes sowie der Jagd nahe bringen war das Ziel“, sagte Matthias Schwimmer. „Die Kinder freuen sich immer riesig auf die Waldjugendspiele und haben hinterher ein sehr großes Mitteilungsbedürfnis. Sie erzählten von den Erlebnissen im Wald und von dem Gelernten“, weiß der Mitarbeiter vom ThüringenForst. Mit großer Ausdauer und Motivation machten sich die Mädchen und Jungen daran, die Fragen zu beantworten. Die Grünröcke erklärten an den Stationen mit viel Geduld die Zusammenhänge zwischen der Pflanzen- und Tierwelt und halfen mit Tipps bei der Entwicklung von Lösungsstrategien. Während Viertklässlerin Katharina von der Schwarzaer Grundschule am besten fand, dass man im Wald viele unbekannte Pflanzen kennenlernen kann, hatte Adrian großen Spaß beim Sägen. Pfiffikus Linus von der freien Fröbelschule aus Cumbach zeigte mit seinen Klassenkameraden, wie fix man einen Holzstoß umsetzen kann. Die kleine Alina hatte dagegen in Dackel „Eddi“ einen neuen Freund gefunden. Die Schüler der Grundschulen aus Bad Blankenburg und Rudolstadt sowie die kleinen Waldgeister aus dem Kindergarten von Uhlstädt-Kirchhasel bezeichneten gleich die ganze Angebotspalette als ziemlich aufregend. Denn auch die Forsttechnik, der Stand der Saalfelder Imkerei, kreatives Werkeln am Waldmobil, das Anfertigen von Nistkästen oder das Baumklettern fanden großen Anklang. Am Ende schlugen sich alle recht tapfer. Als Sieger des Kräftemessens standen die Jungen und Mädchen von der Klasse 4 aus der Grundschule Rudolstadt West, vor den Remdaern und der Freien Fröbelschule Cumbach fest. Aber Gewinner waren in den sechs Stunden eigentlich alle Teilnehmer.

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