Thüringen-Fahne soll nun auf Dauer wehen

Schmiedefeld.  Der Leipziger Turm bei Schmiedefeld hat mit neuem Pächter wieder für Besucher geöffnet.

Geschenk sorgte für Spaß: Ulrich Körner und Steffen Kania überreichen dem neuen Turm-Chef Peter Müller (v.l.n.r.) eine Thüringen-Fahne.

Geschenk sorgte für Spaß: Ulrich Körner und Steffen Kania überreichen dem neuen Turm-Chef Peter Müller (v.l.n.r.) eine Thüringen-Fahne.

Foto: Norbert Kleinteich

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Eine Aussicht vom Leipziger Turm bei Schmiedefeld gönnt man sich gern. Aber daneben wünschen sich die Besucher auch ein gastronomisches Angebot. Nach der Schließung gibt es nun einen neuen Pächter.

„Ich bin richtig froh, dass es hier ein gutes Ende genommen hat und hoffentlich einen schönen Anfang machen wird“, sagte Schmiedefelds Bürgermeister Ulrich Körner zur Wiedereröffnung am vergangenen Samstagnachmittag. Nachdem Inge Ernst und Ingrid Wiehle angekündigt hatten, dass sie aufhören, hatte er ein mulmiges Gefühl. Bis zum Anruf von Peter Müller gab es zwar einige Anfragen, aber etwas Richtiges nicht. Müllers Konzept sei mit Abstand das Schlüssigste gewesen, so der Bürgermeister.

Nun hofft Körner, dass der Neuanfang keine Eintagsfliege sein wird. Und weil Peter Müller irgendwann gesagt hatte, dass Thüringen ein schönes Land sei und er eine Thüringen-Fahne brauche, breiteten Körner und Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) diese als Geschenk aus, in der Hoffnung, dass sie immer auf dem Turm weht.

Turm markiert höchsten Punkt des Landkreises

Siegward Franke, Vorsitzender des Thüringer Waldvereins (TWV) in Schmiedefeld, blickte zurück: „Wir haben diesen Turm bis vor drei Wochen betrieben. Covid-19 ist der Grund, warum es die Schließung gab. Außerdem sind wir in die Jahre gekommen und nunmehr Rentner“, sagte Franke.

Der Verein habe einen neuen Betreiber gesucht. Daraufhin gab es drei Bewerber. Die Entscheidung des Vorstands fiel auf Peter Müller, der vor anderthalb Jahren das Waldhotel Feldbachtal in Lichte übernommen hatte. „Ich denke, dass er diesen Turm als Pächter in unserem Interesse weiter betreibt“, erklärte Franke hoffnungsvoll bei der Schlüsselübergabe.

Eines musste er aber noch loswerden, nämlich, dass der Leipziger Turm der höchste Punkt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt sei, wobei die Beobachtungsplattform allein schon bei 814,70 Metern liege.

Dazu sei der TWV froh, dass Saalfelds Bürgermeister dem Verein dazu verholfen habe, den Weg zum Leipziger Turm zu bauen. Franke versprach dem neuen Betreiber weitere Hilfe, insbesondere den Turm auf Vordermann zu bringen, denn es müssten auch gemeinsam laufend Werterhaltungsmaßnahmen erfolgen. Finanziell werde das durch die Eintrittsgelder unterstützt.

Peter Müller stellte sich als gebürtiger Jenaer vor. Der Turm sei ihm eine Weile schon gut bekannt, weil er immer wieder Gäste hierhin schicken würde. Um den Tourismus in der Region zu fördern, arbeite er eng zusammen mit der Morassina, der Oberweißbacher Bergbahn und dem TWV samt Turm. Das war auch der ausschlaggebende Grund gewesen, den Turm nun zu übernehmen.

Schade sei es, dass viel geschlossen habe, was seitens der Gäste immer wieder bemängelt werde. „Ich freue mich sehr, dass es möglich war, einen Pächter für den Leipziger Turm zu finden. Es ist doch ein anerkanntes Ausflugsziel hier in der Region für Wanderer und Einheimische, die das gerne in Anspruch genommen haben. Das wäre sicher sehr schade gewesen, wenn der Leipziger Turm leer gestanden hätte“, betonte Kania.

Insofern freue er sich sehr, dass der TWV mit einer sehr intensiven Werbung jemanden gefunden habe, der das macht. „Auf den ersten Blick muss ich sagen, der Mann weiß was er tut, der hat klare Vorstellungen, klare Ziele. Insofern hoffe ich, dass das ein Konzept ist, was aufgeht und der Turm den Schmiedefeldern, aber auch den Saalfeldern und Gästen weiter erhalten bleibt“, kommentierte Saalfelds Stadtoberhaupt.

Weitsicht bis zu Gipfeln des Erzgebirges

Die Geschichte des Turms beginnt am 19. Juni 1932, als die Einweihung durch den Thüringer Waldverein stattfand. Bis 1938 wurde er betrieben, nach Hitlers Machtübernahme aber gesperrt. Umfangreiche Baumaßnahmen gingen mit der erneuten Übernahme des Thüringer Waldvereins ab 1994 einher. Seit 1998 betrieb der TWV den Turm, erst nur am Wochenende, dann professionell.

Besucher fasziniert vor allem die Sicht über das Land, ob bei Sonne oder Wetter, wenn der Nebel in den Tälern aufsteigt und nur noch Bergkuppen zu sehen sind. Wie Franke sagt, seien bei schöner Sicht auch der Fichtelberg und der danebenliegende Keilberg, mit einer Höhe von 1243,7 Metern die höchste Erhebung des Erzgebirges, zu sehen. Er liegt in der Karlsbader Region in einer Entfernung von rund 130 Kilometern.

Ob tatsächlich auch das Völkerschlachtdenkmal von Turm aus zu sehen sei, daran zweifelten einige Anwesende. Die Öffnungszeiten sind nunmehr von Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

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