Netz-Betrieb

Thüringer Wald zum Nachschmecken

Friedrichshöhe.  Neuer Online-Shop versammelt Erzeugnisse und Firmen aus der Region unter einem Dach

Geschäftsführer Jürgen Kemter von der Naturfleisch GmbH Rennsteig in Oberweißbach sieht im neuen Thüringer-Wald-Shop eine sinnvolle Ergänzung der anderen Vertriebskanäle seines Unternehmens. Sorge wegen der anderen Fleischereien im Shop hat er nicht. Dem Wettbewerb müsse sich man nun mal stellen, meint Kemter. 

Geschäftsführer Jürgen Kemter von der Naturfleisch GmbH Rennsteig in Oberweißbach sieht im neuen Thüringer-Wald-Shop eine sinnvolle Ergänzung der anderen Vertriebskanäle seines Unternehmens. Sorge wegen der anderen Fleischereien im Shop hat er nicht. Dem Wettbewerb müsse sich man nun mal stellen, meint Kemter. 

Foto: Thüringer Wald-Shop

Die Wanderstock-Salami und vakuumierte Rostbratwürste aus Oberweißbach, Steinpilzbutter aus Schwarza und Watzdorfer Bier – das alles und weit mehr lässt sich jetzt mit ein paar Mausklicks und auf nur einem Portal im Internet ordern. Seit Anfang November hat der „Thüringer-Wald-Shop“ geöffnet – und das rund um die Uhr.

Ein bis zwei Bestellungen pro Tag seien seit dem Start eingegangen, berichtet Jörg Seifert, der für den Landschaftspflegeverband Thüringer Wald den virtuellen Laden managt. Damit liege man für den Anfang „gar nicht schlecht“, findet Seifert, schließlich habe bisher keine größere Marketingkampagne stattgefunden. Rund 300 Produkte und Dienstleistungen von etwa 30 Partnerunternehmen bietet der Shop derzeit an, wobei auffällt, dass fast jedes dritte im hiesigen Landkreis angesiedelt ist. Das sei keine Absicht, sondern ein quasi zwangsläufiger Zufall, erklärt Sina Kemnitz vom Shop-Marketing: Unternehmen wie die Herzgut-Landmolkerei oder die Saalfelder Bienenherz GmbH, die bereits eigene Online-Shops betrieben, hätten eben die nötigen Produktbilder und –beschreibungen schneller parat gehabt, um die in die Datenbank des „Thüringer-Wald-Shops“ einzupflegen. Fast täglich aber würden weitere Partner und deren Produkte aufgenommen, so dass alsbald tatsächlich die ganze Region abgebildet werde, versichert Kemnitz. Wobei man mit der Zuordnung offenbar großzügig ist: Senf aus Kleinhettstedt bei Stadtilm findet sich ebenso im virtuellen Regal wie jener vom berühmten Großproduzenten aus Erfurt.

Urlaubserinnerung zum Nachbestellen

Warum aber steigen Unternehmen, die ihre Produkte bereits selbst auch online vertreiben, beim neuen Wald-Shop ein? „Für die Präsentation und Kundenansprache kann man nie genug Kanäle haben“, findet Geschäftsführer Jürgen Kemter von der Naturfleisch GmbH Rennsteig in Oberweißbach. Außerdem arbeite man seit etlichen Jahren mit dem Landschaftspflegeverband zusammen. Wenn der nun einen Shop aufziehe, sei es doch selbstverständlich, auch dort die Naturfleisch-Erzeugnisse unterzubringen. Tobias Rögner von der Watzdorfer Traditions- und Erlebnisbrauerei hofft, mit dem Wald-Shop eine spezielle Zielgruppe zu erreichen: Menschen, die zwischen Eisenach und Gräfenthal Urlaub gemacht haben und sich sozusagen kulinarisch daran erinnern wollen. „Wo es unsere Biere normalerweise nicht zu kaufen gibt, kommen sie mit dem Thüringer-Wald-Shop auf den Schirm“, freut sich Rögner. Und für manchen „rübergemachten“ Thüringer sei es „wie ein Gruß aus der Heimat“. Portal-Chef Seifert sieht den Vorteil für die Partner vor allem in der Verbindung mit der „starken Marke Thüringer Wald“. Zudem blieben die Firmen nicht nur Produkte-Ablieferer, sondern würden in ihrer Tradition und regionalen Verwurzelung auf der Homepage auch vorgestellt.

Binnen drei Jahren soll Shop sich tragen

Ausgeliefert werden die Waren je nach Art und Reichweite der Bestellungen, erläutert Seifert. Entweder per DHL vom Shop-Sitz in Friedrichshöhe aus an weit entfernte Kunden oder per regionaler Logistik: Durch die Partner selbst, sofern sie wie etwa die Naturfleisch GmbH ohnehin ein Filialnetz und eigene Fahrzeuge vorhalten. Oder aber sozusagen huckepack durch den in Neuhaus ansässigen Pausenservice Helk, der mit seinem Essen auf Rädern in fünf Thüringer Landkreisen unterwegs ist.

Das Vorhaben wird über drei Jahre anteilig durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und den Freistaat Thüringen gefördert. Bezuschusst werden so laut Projektleiter Seifert das dreiköpfige Personal, Aufbau und Pflege des Datensystems und Marketingmaßnahmen, nicht aber die eigentlichen Produktpreise. Was heißt: Binnen drei Jahren muss sich der Thüringer-Wald-Shop selbst tragen. Deutlich mehr als eine Bestellung pro Tag sollte es dann schon sein.

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