VMT-Beitritt: Landfahrt könnte bald wieder billiger werden

Königsee  Königseer Initiative soll den teils drastischen Aufschlag seit Jahresbeginn durch weniger Tarifzonen deutlich dämpfen

Fahrgäste auf dem Weg in den Zug. Auch die Busse der Kombus sind inzwischen im Verkehrsverbund Mittelthüringen eingeschlossen.

Fahrgäste auf dem Weg in den Zug. Auch die Busse der Kombus sind inzwischen im Verkehrsverbund Mittelthüringen eingeschlossen.

Foto: Dagmar Müller/Erfurter Bahn

Die seit wenigen Wochen teils stark gestiegenen Preise für den Bus bleiben womöglich nicht in allen Fällen so hoch. Nach dem Beitritt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt zum Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) hatte sich vor allem im ländlichen Raum Protest erhoben. Anhand mehrerer Beispiele wurde vorgerechnet, dass die Kosten für ein Busticket um teils bis zu 20 Prozent gestiegen seien. Von den zur Einführung betonten, nur geringfügigen Veränderungen teils ins Plus, teils ins Minus könne keine Rede sein, so die Kritiker.

Hintergrund der neuen Preise ist die andere Art ihres Zustandekommens. Während früher grundsätzlich die Zahl der Kilometer für die Höhe des Fahrpreises den Ausschlag gab, sind es jetzt nach Beitritt zum VMT die Grenzen von Tarifzonen, die zu den beschriebenen Preissprüngen führen.

Aufgelaufen war die Kritik im Königseer Rathaus. Die Landstadt mit ihren 23 Ortsteilen hat fast die gleiche Fläche wie die Ostthüringen-Metropole Jena, doch ist das Busfahren im Rinnetal ungleich teurer. Bürgermeister Marco Waschkowski hatte angekündigt, in dieser Angelegenheit das Gespräch zu suchen und kann nun einen Teilerfolg verkünden: Mit Dirk Bergner, dem Geschäftsführer der KOMBus GmbH, die im Landkreis die Verkehrsleistungen erbringt, habe er dazu gesprochen und sei auf offene Ohren gestoßen. Die Angelegenheit muss nun noch beim Verkehrsverbund selbst genehmigt werden. Im Vorfeld von Gesprächen mit dessen Geschäftsführer Christoph Heuing sei er allerdings optimistisch, so der Bürgermeister. Völlige Preisgleichheit zu vorher sei gleichwohl nicht zu erwarten, denn die Kosten seien zuletzt eben auch gewachsen.

Hopperticket wird wohl nicht bis Rottenbach reichen

Als weniger aussichtsreich schätzt er die Chance für einen zweiten verkehrspolitischen Auftrag ein. Das Hopper-Ticket solle hinsichtlich seiner 50-Kilometer-Limitierung so gestaltet werde, dass man nach Erfurt mit der Bahn nicht erst vom kleineren Bahnhof in Paulinzella kommt, an dem überdies nur jeder zweite Zug überhaupt hält, sondern bereits von Rottenbach (Königsee)VMT. “Natürlich kann man sich diesen Bonus wünschen, doch die Frage, wo man die Grenze zieht, weil es immer wieder Fälle gibt, in denen es wünschenswert ist, noch einen Bahnhof weiter zu kommen, ist schwer von der Hand zu weisen. Womöglich braucht man dafür einen völlig neuen Ansatz.”