Wenn Kaninchen große Sprünge machen

Remda.  Der Kaninchenzuchtverein T226 Remda wird 120 und kann auf einige Erfolge blicken.

Mit dem Pokal des Bürgermeisters gratuliert der stellvertretende Vereinschef des T226 Remda, Manfred Böttner (rechts), Manfred Spindler zum Vereinsmeister auf Hermelin-Kaninchen.

Mit dem Pokal des Bürgermeisters gratuliert der stellvertretende Vereinschef des T226 Remda, Manfred Böttner (rechts), Manfred Spindler zum Vereinsmeister auf Hermelin-Kaninchen.

Foto: Foto: Norbert Kleinteich

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wie es aussieht, wenn Kaninchen große Sprünge machen, konnte man am Sonnabend in Remda sehen. Hier fand Rahmen des 120-jährigen Jubiläums des Kaninchenzuchtvereins T226 Remda die 25. Remdaer Kaninchenschau statt.

Zuchtfreunde des Vereins Langenwetzendorf warteten dabei mit Schauvorführungen ihrer Kanin-Hop-Gruppe auf. Bei der Sportart Kanin-Hop führen die Besitzer die Kaninchen an einer Leine, wobei die Tiere so über einen Parcours geführt werden, bei dem sie Hindernisse überspringen müssen. Die Darbietung war ein Höhepunkt, vor allem vor die jungen Besucher.

Insgesamt sahen gut 500 Besucher eine qualitativ ausgesprochen gute Schau mit 381 Tieren in 38 Rassen und 58 Farbenschlägen, untersetzt in 90 Zuchtgruppen und 21 Einzeltieren. 29 Tiere wurden mit dem Prädikat „vorzüglich“ bewertet. 137 Langohren erhielten die Note „hervorragend“. Das Spitzentier mit 98 Punkten (Idealnote wäre 100) war ein Rammler der Rasse „Weiße Wiener“ von Erich Lenk aus Effelder. Angeschlossen an das kleine Jubiläum „25. Kaninchenschau“ fand wiederum eine Sonderschau des Riesen-Clubs Thüringen und eine Präsentationsschau des Imkervereins Remda statt.

Damals Nahrungsquelle, heute Hobby

Die Schau war Anlass, für einen Blick zurück in die Vereinsgeschichte. „Die Gründung des Vereins fiel in eine Zeit, in der mit Kleintierhaltung an die Selbstversorgung gedacht wurde und sich die Menschen im Wesentlichen davon ernähren konnten“, sagte Vereinsvorsitzender Peter Pabst, zugleich Vorsitzender des Landesverbandes der Thüringer Rassekaninchen, in seiner Ansprache. Damit seien die Kaninchen und Kleintiere neben ihrem Schönheitswert auch gleichzeitig Nahrungsquelle für jeden Züchter gewesen. Die Zeiten hätten sich aber geändert, da deren Zucht heute als Hobby, Liebhaberei und Idealismus im Vordergrund stehe.

Aus der Chronik des Vereins erinnerte Pabst an die Gründung des Kaninchenzuchtvereins am 15. Juni 1899 von Julius Otto, den damaligen Apotheker von Remda. Die 120 Jahre Rassekaninchenzucht in Remda und Umgebung seien Ausdruck von vielen Aktivitäten der Züchter, trotz vieler Höhen und Tiefen, die die Züchter früher und heute zu meistern hätten. Nach zweimaligem Stillstand des Vereinslebens, unter anderem durch den 2. Weltkrieg, rief man die „Sparte Rassekaninchen Remda“ 1960 ins Leben. Hauptinitiatoren waren Edgar Klaus, Werner Schreyer und Gotthard Pabst.

Zu den Höhepunkten des Vereins zählte Pabst die 4. Landesrammlerschau Thüringens zum 10-jährigen Bestehens des Vereins 1997, die bundesweite Clubvergleichsschau der Hermelin- und Farbenzwergeclubs 2003 sowie die 8. Landesrammlerschau Thüringens in Remda mit immerhin fast 1400 Tieren.

Pokal für Sechsjährige

Entgegen dem relativ hohen Altersdurchschnitt der Vereinsmitglieder zählt man in Remda immer auf die Jugend. Dafür spricht die jahrelange Begleitung einer Kaninchen-AG in der Grundschule Remda. So war auch ein Fortgang der aktiven Vereinsarbeit gesichert. Beispiel ist das jüngste Mitglied. Finja Mitreuter ist sechs Jahre alt und – selbst wenn die Eltern das vorrangig betreiben – seit einem Jahr Mitglied. Einen Pokal erhielt sie diesmal auf ihre Farbenzwerge fehfarbig.

Dank, Anerkennung und Wertschätzung erfuhr der Remdaer Kaninchenzuchtverein auch seitens der Kommunalpolitik. So sei es sehr zu würdigen, was hier auf die Beine gestellt wurde und wie verdient man sich in Sachen Vereinsarbeit gemacht hätte. Insofern würde das auch ein Aushängeschild für Rudolstadt bedeuten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren