Überraschende Statistik

Wohnungsbedarf in Saalfeld-Rudolstadt mehr als gedeckt

Saalfeld.  Bestand innerhalb eines Jahres um 0,2 Prozent gewachsen, während Einwohnerzahl sinkt

Die wichtigsten statistischen Werte zum Wohnungsbestand im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Die wichtigsten statistischen Werte zum Wohnungsbestand im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Foto: zds

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Wohnen ist derzeit Experimentierfeld für die Politik: Hunderttausende Wohnungen fehlen, gleichzeitig stehen Millionen leer, teuer erscheinen sie trotzdem. Es gibt aber auch feste Größen: Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt registrierte zum Jahreswechsel 2018/2019 die amtliche Statistik einen Bestand von insgesamt 61.772 Wohnungen aller Art und Größe - ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 0,2 Prozent.

Fast jeder Dritte lebt in Einfamilienhaus

Was allerdings nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen auch zu haben sind. Dafür lässt sich auf der Basis des IW-Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft sagen, dass das im Kreis zwischen 2016 und Ende 2018 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 133,6 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen mehr als gedeckt. Gut geschnitten, hell, in toller Lage, mit Balkon oder Garten - so wünschen sich viele ihre Traumwohnung. Welche der 61.772 vorhandenen Wohnungen in Saalfeld-Rudolstadt diesem Ideal nahekommen, wird statistisch freilich nicht erfasst. Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 18.017 Einfamilienhäuser gibt es mittlerweile bei uns. Aber nicht für jeden ist der Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 4.771 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative. Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt’s bei uns 6.007.

Leerstand hat sich bundesweit erhöht

Begehrt sind große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon waren im Kreis Saalfeld-Rudolstadt zum Jahresanfang 2019 inklusive der Einfamilienhäuser insgesamt 23.878 vorhanden, das sind rund 38,7 Prozent an allen vorhandenen Wohnungen. Weitere 16.943 Wohnungen (27,4 Prozent) verfügten über vier Räume, 14.226 Wohnungen (23,0 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 5.010 (8,1 Prozent) verfügten über zwei Räume und 1.715 über einen Raum (2,8 Prozent). Ein Problem sind leerstehende Wohnungen: Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) standen 2017 (Zahlen aus 2018/2019 liegen noch nicht vor) 2,14 Millionen Wohnungen oder 5,2 Prozent leer. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent beziehungsweise 1,98 Millionen Wohnungen. Lokal lässt sich dazu nichts sagen. Auf den Kreis Saalfeld-Rudolstadt entfielen von diesem bundesweiten Bestand 61.772 Wohneinheiten. Damit erhöhte sich der hiesige Bestand um 94 Wohnungen oder 0,2 Prozent. Vier Jahre zuvor (2014) hatte die Zahl noch bei insgesamt 61.270 Wohnungen gelegen.

Wenn das IW beispielsweise im Kreis Saalfeld-Rudolstadt für 2016 bis 2020 einen Wohnungsbedarf von 112 Wohnungen ermittelt, dieser Bedarf durch die zwischenzeitlich gebauten Wohnungen aber sogar überschritten wird, hat das Folgen: Zu wenig Wohnungen treiben die Preise, ein reichliches Angebot wirkt automatisch als Mietpreisbremse und hilft auch Kaufenden.

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