ZDF begleitet Saalfelder Zwillinge in Rudolstadt

Rudolstadt.  Fernsehteam besucht Probe des Theaterjugendklubs in Rudolstadt für Langzeitdokumentation über Zwillinge

Ein Fernsehteam hat am Mittwoch die Probe für das Stück „Alice im Wunderland" des Theaterjugendklubs in Rudolstadt besucht und für eine Langzeitdokumentation der ZDF-Reihe 37 Grand gedreht. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Victoria und Elisabeth.

Ein Fernsehteam hat am Mittwoch die Probe für das Stück „Alice im Wunderland" des Theaterjugendklubs in Rudolstadt besucht und für eine Langzeitdokumentation der ZDF-Reihe 37 Grand gedreht. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Victoria und Elisabeth.

Foto: Foto: Heike Enzian

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„Wir fangen mit dem Reintanzen der Bäume an“, sagt Friederike Dumke. Die Theaterpädagogin gibt klare Anweisungen. „Ihr müsst entschlossener sein!“ „Du musst mit dem Finger schnipsen, dann weiß Elli, jetzt ist sie dran.“ Und überhaupt: „Theater ist nicht nur Text, das ist Körper, Körper, Körper.“ Es ist früher Mittwochabend und wir sind mitten in der Probe für das neue Stück „Alice im Wunderland“. Der Theaterjugendclub bringt Lewis Carrols Kinderbuchklassiker in einer ganz eigenen Version auf die Bühne des Theaters Tumult. Mit nicht weniger als 21 Mitwirkenden. Noch sind es zweieinhalb Monate bis zur Premiere.

Weitere Drehtage in Rudolstadt folgen

Zu den jungen Akteuren gehören die Zwillinge Victoria und Elisabeth aus Saalfeld. Es sind besondere Zwillinge. Victoria führt das Leben einer 18-Jährigen kurz vor dem Abitur. Ihre Schwester Elisabeth hat das Down-Syndrom. Auf die beiden Mädchen ist an diesem Tag die Kamera gerichtet. Ein Fernsehteam begleitet die Probe für eine Langzeitdokumentation der ZDF-Reihe 37 Grad. „Wir arbeiten an einem Film über diskordante Zwillinge“, sagt Regisseurin Andrea Schuler „Wir wollen das besondere Verhältnis der beiden Schwestern zeigen. Es ist heute der erste Drehtag“, ergänzt sie. Weitere werden folgen. Mit Aufnahmen in der Familie, im Jobcenter, an der Schwelle im Leben, an der sich die Wege der beiden trennen werden. Dafür nehmen sie sowie Kameramann Martin Langer und Karsten Höfer, zuständig für den Ton, Anteil am Leben der Familie über einen längeren Zeitraum. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Familie hat an einer Studie teilgenommen

Auf die Familie aufmerksam geworden ist sie dank einer Studie. Die Familie hatte vor mehreren Jahren an einer Untersuchung der VW-Stiftung teilgenommen, die sich mit dem Leben diskordanter Zwillinge beschäftigt. „Das kommt gar nicht so sehr selten vor. Dabei ging es insbesondere um die Frage, was in der Entwicklung genetisch bedingt und was Erziehung ist“, berichtet Frank Gräf, Vater der Mädchen. Das Ergebnis ist in einer Publikation zusammengefasst. „So ist man auf uns gekommen“, sagt er. Beide Mädchen haben einen gemeinsamen Lebensweg. Die gleiche Grundschule, die gleiche Sportgruppe, die gleiche Theatergruppe. Doch nun werden sich ihre Wege trennen. Viktoria zieht es in die Welt hinaus. Elisabeth wird in der SBBS in Rudolstadt ein berufsvorbereitendes Jahr beginnen.

Es geht munter zu auf der Bühne

Währenddessen nimmt die Probe ihren Lauf. Elisabeth folgte in ihrer Rolle als Prinzessin den Vorgaben des Drehbuchs und der Regisseurin. Arrogant und mit verschränkten Armen vor der Brust gibt sie die Befehle an ihre Untertanen. „Gerade sitzen, zeig, dass du der Bestimmer bist“, legt ihre Friederike Dumke ans Herz. Victoria ist in der Rolle des weißen Kaninchens gefragt. Es geht munter zu auf der Bühne. Unterschiede in der Behandlung ihrer Schützlinge macht die junge Theaterpädagogin ohnehin nicht. Und Elisabeth ist auch nicht die einzige in der Gruppe mit Down Syndrom. Am Ende kommt sowieso für alle die gleiche Aufforderung: „Ihr müsst euren Text lernen. Ab sofort jeden Abend vor dem Einschlafen einmal durchlesen!“. Am 2. April ist Premiere.

Theaterjugendclub des Theaters Rudolstadts

Der Theaterjugendklub des Theaters Rudolstadts wurde 2005 gegründet. In den wöchentlichen Proben beschäftigen sich die Spielerinnen und Spieler mit der Ausdruckskraft des Körpers und der Stimme, befassen sich mit Improvisationen, trainieren darstellerische Fähigkeiten und erarbeiten gemeinsam eigene Stücke. So bietet er Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis 21 Jahren die Chance, sich kreativ und theatral mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen. Dabei entstanden in den vergangenen Jahren bereits über 17 Inszenierungen, welche im Theater Tumult präsentiert wurden.

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