Schleiz. Die OTZ-Podiumsdiskussion zur Landratswahl fällt aus: Während Uwe Thrum einen Rückzieher macht, will CDU-Kandidat Christian Herrgott trotzdem präsent sein.

Die OTZ-Podiumsdiskussion zur Landratswahl im Saale-Orla-Kreis mit den beiden Stichwahlkandidaten Uwe Thrum (AfD) und Christian Herrgott (CDU), die für Dienstagabend in der Schleizer Wisentahalle angesetzt war, findet nicht statt. Thrum verweigert sich der Debatte.

Seine Teilnahme sagte der sonst so selbstbewusste AfD-Politiker am Montag gegen 9.45 Uhr per Pressemitteilung ab. Thrum passen die Moderatoren des Forums nicht (Marius Koity, OTZ-Redaktionsleiter im Saale-Orla-Kreis, und Fabian Klaus, Politikreporter von Funke Medien Thüringen in Erfurt). Außerdem beklagt er eine „mediale Hetzjagd der vergangenen Tage gegen meine Partei und meine Person“, ohne allerdings zu erläutern, was genau er damit meint.

Thrum wollte vorher wissen, welche Fragen man ihm stellen würde

Dabei wurde Thrum schon im Vorfeld ein Zugeständnis gemacht, indem das von der Redaktion ursprünglich für Montag geplante Forum auf Dienstag verschoben wurde, damit der AfD-Politiker auf seiner für Montagabend in Bad Lobenstein angekündigten Demo sprechen kann. Und anders als Herrgott wollte Thrum vorher wissen, welche Fragen man ihm stellen würde.

Bis zu Thrums Rückzieher vom öffentlichen Wahl-Duell hatten sich mehr als 170 Menschen sowie Vertreter überregionaler Medien für die Veranstaltung von Funke Medien Thüringen in der Schleizer Wisentahalle angemeldet. Außerdem war ein nennenswertes Interesse an der Online-Übertragung des Forums zu verzeichnen. Darüber hinaus waren in der Redaktion von terminlich verhinderten Lesern kritische Fragen an beide Kandidaten eingegangen, die am Dienstagabend live beantwortet werden sollten.

OTZ-Chefredakteur Kawig: „Politiker können sich die Moderatoren nicht aussuchen“

So sollte Thrum erläutern, wie er denn den Amtseid auf die Verfassung ablegen wolle, wo er doch die Nähe zu Reichsbürgern suche und bei Aufmärschen mit umgedrehter Deutschlandfahne mitlaufe, was ein Symbol der Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in der Bundesrepublik sei. Und Herrgott sollte erklären, wie er als bekennender Jäger eine Behörde führen wolle, die Verantwortung für den Artenschutz unter den Umständen habe, dass sich Tiertötungen und Artenschutz nach Ansicht des Lesers ausschließen würden.

„Herr Thrum kneift, wenn es darauf ankommt“, kommentierte Herrgott. „Diese kurzfristige Absage ist Feigheit vor den Bürgern!“ Herrgott kündigte an, am Dienstag ab 17.30 Uhr trotzdem in der Wisentahalle präsent zu sein, um vorbeischauenden Bürgern Rede und Antwort zu stehen.

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„Politiker können sich die Moderatoren unserer Veranstaltungen nicht aussuchen“, stellte OTZ-Chefredakteur Nils R. Kawig fest. „Unser Forum wäre ein wichtiger und neutraler Beitrag zur Meinungsbildung vor einer wichtigen Wahl gewesen.“