290. Rudolstädter Vogelschießen beendet

Rudolstadt war am Wochenende Gastgeber für den Landesschützentag mit Festumzug und Schützenfest im Rolschter Festzelt. Das Rudolstädter Vogelschießen erlebte zum Abschluss-Wochenende noch einmal einen Besucheransturm. Das traditionelle Armbrustschießen auf den Hölzernen Vogel hat erstmals seit 2006 wieder eine Frau gewonnen.

Der Umzug der Schützenvereine über den Festplatz gehört zum Thüringer Schützentag in Rudolstadt. Foto: Heike Enzian

Der Umzug der Schützenvereine über den Festplatz gehört zum Thüringer Schützentag in Rudolstadt. Foto: Heike Enzian

Foto: zgt

Rudolstadt. Die Heidecksburgstadt war am Wochenende für einen Tag Thüringens Schützenhauptstadt. Als Gastgeber des 14. Landesschützentages konnten hier am Sonnabend etwa 300 Teilnehmer und Gäste begrüßt werden. Auf dem Programm standen neben der Delegiertenversammlung in der Gläsernen Manufaktur der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik auch das erste Landesböllertreffen und der Wettbewerb um den Thüringer Schützenkönig. Den krönenden Abschluss bildeten der Schützenumzug und der Schützenball, für die das Rudolstädter Vogelschießen den passenden Rahmen bot.

Rudolstadt: Schießen auf den bunten Holzvogel
Rudolstadt: Schießen auf den bunten Holzvogel

"Wir versuchen, den Landesschützentag immer an ein regionales Volksfest anzubinden. Deshalb freut es uns besonders, dass wir diesmal in Rudolstadt zu Gast sein dürfen", sagte der Präsident des Thüringer Schützenbundes Dirk Eisenberg. "Unser Plan ist wunderbar aufgegangen. Wir fühlen uns hier bestens aufgehoben", stellte der Rudolstädter den Organisatoren aus dem Schützenkreis Saalfeld-Rudolstadt um Kreisschützenvogt Heinz Schenk aus Kamsdorf und Joseph Fröhlich aus Rudolstadt ein sehr gutes Zeugnis aus.

Es war ein beeindruckendes Bild, als Vertreter von 32 Thüringer Schützenvereinen mit ihren Fahnen und Uniformen angeführt von der Schalmeienkapelle Kamsdorf in das Rolschter Festzelt einzogen. Hier fand dann auch die Siegerehrung statt. Der erste Preis im Königsschießen, der "Rolschter Tell", ging an einen Saalfelder, nämlich an Tobias Stößel. Ihm folgten auf Platz zwei und drei Ronny Miksch und Karin Ludwig.

Während der Schützenball seinen Lauf nahm, erlebte das Vogelschießen insgesamt einen der besucherstärksten Abende. Genauso wie tags zuvor beim Feuerwerk waren am Sonnabend Tausende unterwegs, um zwischen Riesenrad und Riesenschaukel, im Festzelt oder Biergarten Entspannung zu finden. Für einen Besucherrekord freilich reichte es dieses Jahr nicht. Recht unterschiedlich fiel daher auch die Bilanz der Schausteller aus. Der Kracher von Anfang an auf dem Platz war die Riesenschaukel "Artistico". "Das Vogelschießen hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir freuen uns, dass so viel adrenalinsüchtige Besucher zu uns kamen", sagte Schausteller Lutz Köhramann. Aber nicht alle teilten diese Einschätzung .

Volksfestchef Frank Grünert indes zog eine positive Bilanz. "Die 290. Auflage unseres Traditionsfestes ist gelungen. Leider haben die extrem hohen Temperaturen an den ersten Tagen viele Besucher davon abgehalten, über die Bleichwiese zu flanieren. Dafür kamen in der zweiten Wochenhälfte vor allem in den Abendstunden die Massen", sagte er.

Das traditionelle Armbrustschießen auf den Hölzernen Vogel gestern Nachmittag hat erstmals seit 2006 wieder eine Frau gewonnen. Jenny Seidelmann (23) aus Fröbitz hatte bereits im vergangenen Jahr teilgenommen und zwischenzeitlich unter anderem beim Schießen mit der Armbrust zur Kirmes in Milbitz trainiert.

Bevor das Vogelschießen 2012 mit einer Feuershow am "Dämonium" gestern um 23 Uhr zu Ende ging, konnte Frank Grünert noch einige Jugendliche aus Israel auf dem Platz besuchen. Sie hatten im Rahmen eines Studentenaustausches von Jena aus einen Abstecher auf die Bleichwiese gemacht.

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