Abriss der alten Schule in Schmiedefeld in vollem Gange

Schmiedefeld  Leerstand seit der Wende führte zu unrettbarem baulichen Zustand. Großes Bedauern auf Seiten der Schmiedefelder

In Schmiedefeld wird derzeit die alte Schule abgerissen

In Schmiedefeld wird derzeit die alte Schule abgerissen

Foto: Norbert Kleinteich

In Schmiedefeld wird derzeit das alte Schulgebäude abgerissen. „Die Abrissfirma hat am 23. September mit dem Abriss begonnen“, informierte Saalfelds Bürgermeister Steffen Kania (CDU) den Stadtrat in der Vorwoche. Der Abbruch des Schulgebäudes geht auf einen Beschluss des Saalfelder Stadtrates vom April dieses Jahres zurück

Die alte Schule des Ortsteils ist einsturzgefährdet und nach dem langem Leerstand seit der Wende baulich nicht mehr zu retten, die OTZ berichtete. Eine Sanierung würde ungerechtfertigt hohe Kosten hervorrufen, so Bürgermeister Kania und Ortsbürgermeister Ulrich Körner in früheren Äußerungen. Die Abrisskosten wurden zu Jahresanfang mit 180.000 Euro angegeben. „Die 180.000 Euro würden sie in dem Gebäude gar nicht merken“, sagte der für die neuen Saalfelder Ortsteile zuständige Dezernent der Saalfelder Stadtverwaltung, Torsten Scholz, im März diesen Jahres. Es seien Wasserschäden und Schimmelbildung in dem Schulgebäude aufgetreten.

Der Abriss wird in Schmiedefeld sehr bedauert, haben doch noch viele Einwohner Erinnerungen an ihre Schulzeit in dem Gebäude. Errichtet wurde es im Jahr 1892, ab 1911 wurde es erweitert. Der Schulbetrieb ging bis 1962. Auch eine Quarzlampen-Bläserei der Firma Hans Joachim Höpfel aus Leipzig war einmal in dem Haus untergebracht. Eine Zeit lang diente es auch als Ferienlager. Mit der Wende und dem Übergang des Schulhauses in Gemeindebesitz begann der Verfall. „Man hätte vor 25 Jahren das Dach neu machen sollen“, erklärte Ulrich Körner am Mittwoch.

Zuletzt richteten sich die Hoffnung von Architekturfreunden auf die Vermutung, der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel könne mit dem Bau etwas zu tun gehabt haben. Auf der Internetseite der Bauhaus-Universität Weimar ist von einem „Gewölbekeller, der möglicherweise auf Schinkel zurückgeht“ zu lesen. Ortsbürgermeister Körner erklärte dazu, zu Schinkel habe er „nie etwas Schriftliches gesehen“.

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